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Gesellschaft / Meinungen 18.02.09

Faschingsmuffel oder Jeck

Text: Anna Franz

Auf Meinungsfang im Funkhaus Aschaffenburg
Am beschaulichen Bayerischen Nizza, auch bekannt als Aschaffenburg, hat sich Anna Franz in der Mittagspause in das Funkhaus Aschaffenburg geschlichen. Die Volontäre hatten vor kurzem noch eine Reportage über Funkenmariechen gebracht - und wie sieht's bei den Volos selbst aus? Faschingsmuffel oder Jeck?
sonjaSonja aus Wiesthal im Spessart, Volontärin im 1. Jahr, mag Faschingszüge:
„Ganz ehrlich, ich bin nicht so der Faschingsnarr. Ich geh zwar gern mit auf den Zug, aber ich muss nicht jede Prunksitzung mitnehmen. Am liebsten hab ich Weiberfasching, da lass ich's auch mal krachen, das reicht dann auch wieder für ein Jahr. Ich komm von einem kleinen Dorf, daher mag ich die Umzüge ganz gern. Dann ist wenigstens mal was los! Die Wägen sind oft schön bunt, und ich mag die „Narrenfreiheit", dass man sich jeden Mist erlauben kann. Mein einziges „aufwendiges" Kostüm war ein Hippie. Da hab ich mir in meine Jeans mit buntem Stoff einen Schlag rein genäht und aus dem gleichen Stoff ein Oberteil gebastelt. Was ich an Fasching nicht mag, ist diese künstliche gute Laune."


sabineSabine aus Aschaffenburg, Volo/Angestellte im 2. Jahr, würde gerne mal in Köln Fasching feiern:
„Als Kind habe ich Fasching geliebt. Aber inzwischen hab ich's über. Das liegt vielleicht auch an den ganzen Sendungen, die dauernd im Fernsehen übertragen werden. Wenn ich abends mal Fernsehen gucke, will ich mich entspannen und nicht diese blöden „Wir sind jetzt lustig"-Leute anschauen. In Köln ist das glaub ich lustiger, da ist das mehr Tradition; der Vater von meinem Freund kommt daher und die nehmen das lockerer. Hier in Bayern wird zu Fasching oft recht verkrampft einen auf lustig gemacht. Auch diese grässlichen Kostüme mag ich nicht. Für Motto-Partys verkleide ich mich ja gern, aber nicht zu Karneval. Ich möchte mich nicht nur auf eine Woche festlegen, wenn ich mich verkleide."


michelleMichelle aus Gelnhausen, Volo im 1. Jahr, würde nicht in Köln Fasching feiern:
„Ich war dieses Jahr schon mal auf einer Motto-Party, da war ich als Pirat verkleidet. Bei uns gibt's jeden Tag von Weiberfasching bis Fastnachtsdienstag Bälle, Sitzungen etc. Ich mag an Fasching, dass die Leute ausgelassener sind und man leichter ins Gespräch kommt. Kreative Kostüme finde ich auch klasse. Mein Lieblingskostüm war das Zebra: das habe ich selbst gemacht aus einem Zebrastoff. Minirock, Oberteil, so Öhrchen zum aufsetzen, und Stulpen, das war alles dabei. Nich so toll fine ich es wenn die Leute es mit dem Saufen übertreiben. Dann ist es auch nicht mehr lustig. Deshalb würde ich auch nie nach Köln zum Fasching fahren, die haben so ein „gezwungenes" Faschingsverhalten. Ich habe gehört, in Köln soll es an Fasching normal sein, dass man fremdgeht. Da hört dann der Spaß auf."


(Text und Fotos: Anna Franz)

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