Kultur /
Film & Fernsehen
29.01.10
Text:
Julia Hanel
Julias Kulturecke: DVD-Kritik "Hangover"
Was in Las Vegas passiert, bleibt in Las Vegas! Aber....was ist denn eigentlich passiert? Diese Frage stellen sich Phil, Stu und Alan, als sie nach einem Junggesellenabschied im Spielerparadies ihren Kater ausgeschlafen haben. Wo kommt das Baby her? Warum ist ein Tiger im Badezimmer? Und wo zum Teufel ist der Bräutigam?
Doug (Justin Bartha) will seine große Liebe Tracy heiraten. Und das schon in zwei Tagen. Die letzten Momente der Freiheit will er mit seinen Kumpels in Las Vegas verbringen. Doch der Junggesellenabschied läuft vollkommen aus dem Ruder. Am Morgen danach wachen Phil (Bradley Cooper), Stu (Ed Helms) und Alan (
Zach Galifianakis) in ihrer verwüsteten Luxussuite auf und können sich an nichts erinnern. Das wäre nicht so schlimm, würde nicht ausgerechnet der Bräutigam fehlen. Von dem fehlt sogar jede Spur. Den drei verkaterten Jungs bleibt also nichts anderes übrig, als die Ereignisse der vergangenen Nacht anhand von Rechnungen, Belegen und Videoaufnahmen zu rekonstruieren. Doch je mehr sie herausfinden, umso mehr wird ihnen bewusst, dass sie richtig tief in der Scheiße sitzen...
In den USA wurde „Hangover" zur Komödienüberraschung des Jahres 2009. Eine Überraschung war es dann auch, dass Todd Phillips' Film mit einem Golden Globe in der Kategorie „Best Motion Picture - Comedy" ausgezeichnet wurde. Kein Wunder also, dass bereits an einer Fortsetzung gearbeitet wird. Auch in den DVD Charts ist „Hangover" seit Monaten in den TOP 10 vertreten. Das Interesse am Junggesellenspaß ebbt scheinbar nicht so schnell ab.
Dabei ist „Hangover" in gewisser Hinsicht auch eine Art Detektivgeschichte. Das „Wie, Wann und Warum?" gibt dem Film stets eine unerwartete Portion Spannung. Dem Gedächtnisverlust folgt die Schnitzeljagd. Und erst der Abspann vermag alle Rätsel jener Nacht zu lösen. Vorher wird vor allem spekuliert und rekonstruiert. Keine schlechte Idee, wenn man eine Standardkomödie aufpäppeln will. Dass am Schluss auch noch alles halbwegs Sinn ergibt, ist eine reife Leistung.
Dennoch hat „Hangover" auch seine schwachen Momente. Nicht alle Gags zünden, nicht alle befinden sich überhalb der Schamgrenze. Hin und wieder wird es auch ein wenig zu albern, die Situationskomik zu abgedreht. Und natürlich bleiben einem die üblichen Klischee-Witze nicht erspart. Etwa wenn Alan im Caesar's Palace fragt, ob der große Caesar hier wirklich gelebt habe.
Vielleicht ist „Hangover" einer dieser Filme, die man sich nur in der Gruppe ansehen sollte, mit vielen Freunden, an einem netten, ausgelassenen Abend, mit Popcorn, Cola und Bier. Schließlich lacht es sich so immer noch am Schönsten.
Fazit: Witziger als erwartet...
(Text: Julia Hanel)
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