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Kultur / Kinoecke 14.01.10

Bildgewaltiges 3D-Epos

Text: Julia Hanel

julias_kinoecke_kleinJulias Kinoecke: Avatar
James Cameron ist zurück. 12 Jahre nach dem epochalen Erfolg von „Titanic" will der Meister-Regisseur das Kino mit „Avatar" ein weiteres Mal revolutionieren. Das 250 Millionen-Dollar-Projekt entführt den Zuschauer mit modernster 3D-Technik in die faszinierende Welt von Pandora. 

Wir befinden uns im Jahr 2154. Die Ressourcen der Erde gehen zu Ende. Forscher entdecken einen Planeten namens Pandora, der Rohstoffe in Hülle und Fülle bietet. Um den eigenen devastierten Planeten zu retten, wird eine Spezialeinheit aus Forschern und Soldaten nach Pandora geschickt, um den Abbau vorzubereiten. Doch die Luft auf Pandora ist zu sauerstoffarm für den menschlichen Körper. Zudem wird der Planet von einem kämpferischen Naturvolk bewohnt, den Na'vi. Diese blauen Wesen leben in einer Art Symbiose mit der Natur. Um die seltsame Kultur zu erforschen, haben die Wissenschaftler so genannte Avatare erfunden, eine Art Kreuzung aus Mensch und Na'vi. Gesteuert werden diese Avatare von Menschen. In der Welt von Pandora können sie sich jedoch frei bewegen. Der querschnittsgelähmte Ex-Marine Jake Sully (Sam Worthington) beteiligt sich an der Expedition nach Pandora, um seinen Geist in einen Avatar pflanzen zu lassen. Im Auftrag des Militärs soll er die Na'vi infiltrieren und Informationen über ihre Lebensweise einholen, um sie dazu zu bringen, ihr Land friedlich zu verlassen. Doch Jakes Plan gerät ins Wanken, als er das Na'vi Mädchen Neytiri kennen lernt... 

„Avatar" erzählt die Reise eines Helden in eine fremde Kultur. Das ist nichts Neues und aus Filmen wie „Der mit dem Wolf tanzt" und „Pocahontas" bestens bekannt. Zudem basiert nahezu jeder Karl May - Film auf dieser Konstellation. Überhaupt erinnert „Avatar" die meiste Zeit stark an klassische Indianer-Filme. Nur dass die Indianer hier Na'vi heißen und blau sind. Die Handlung ist somit recht simpel. Es geht mal wieder um den Kampf zwischen Gut und Böse. Hinzu kommt eine recht absehbare Liebesgeschichte, die ein wenig verboten, ein wenig geheim ist. Müsste man diesen Film nach seiner Handlung bewerten, so würde er womöglich schlecht abschneiden, ist sie doch weder geistreich noch kreativ. Auch die Charaktere vermögen nur teilweise zu überzeugen. Sie sind ebenso simpel wie die Handlung und lassen ein wenig Vielschichtigkeit und Tiefe vermissen. 

Doch „Avatar" ist kein gewöhnlicher Film, muss daher auch anders betrachtet werden. Und so sind Handlung und Charaktere eher zweitrangig. Sie werden ohnehin in den Schatten gestellt von atemberaubenden Bildern, die fliegende Landschaften, phantastische Tierarten, verzauberte Wälder und schwebende Kreaturen zeigen. Allein die Farbenvielfalt dieses Films, lässt einen Hauch von Magie entstehen. Wie aus einem Malbuch entsprungen wirken die blauen Na'vi, die bunten Pflanzen und phantastischen Kreaturen. 

James Cameron gilt als ein Vorreiter der 3D - Evolution und machte nach Titanic mit spektakulären 3D-Dokumentationen für IMAX-Kinos auf sich aufmerksam. Fasziniert zeigte er sich dabei hauptsächlich von der Unterwasserwelt und dem Tiefseeleben. Über die Jahre hinweg entwickelte er verschiedene Kamera- und Animations-Technologien, die seine Filmprojekte erst umsetzbar machten. Auch mit „Avatar" setzt der Erfolgsregisseur Maßstäbe. Er belebt das 3D-Kino neu, lässt es eine Art Renaissance erleben. Und wer sich darauf einlässt und die alberne Brille aufzieht, wird fasziniert sein von der atemberaubenden Welt, die sich vor seinen Augen abspielt. 

Fazit: Grandiose Visualität bei mäßiger Story!

Bewertung: 3,5 von 5 Sternen.

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(Text: Julia Hanel / Zeichnungen: Christina Koormann)

Kommentare

avatar Andy
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Der Film war einfach unglaublich...Ein krasses Erlebnis. Finde auch, dass die Story nicht so wichtig ist. Man wird ja entschädigt mit tollen Bildern! ;-)
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