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Kultur / Film & Fernsehen 25.06.10

Seichte Liebeskomödie nach bewährtem Rezept

Text: Julia Hanel

julias_kinoecke_kleinJulias Kinoecke: When in Rome
Der Brauch, Münzen in einen Brunnen zu werfen, wurde durch den Film „Three Coins in the Fountain" aus dem Jahr 1954 populär. Seit diesem romantischen Filmklassiker machen Touristen aller Welt ihr Glück von kleinen Geldstücken abhängig. Mark Steven Johnson griff diese Tradition für seine Komödie „When in Rome" auf.

Jetlag, Champagner und Frustration führen dazu, dass die New Yorker Kuratorin Beth (Kristen Bell) bei der Spontanhochzeit ihrer kleinen Schwester in einem römischen Liebesbrunnen landet, aus dem sie fünf Münzen mitgehen lässt - ein großer Fehler, wie sich bald herausstellt. Der Legende nach stielt derjenige, der eine Münze aus einem Brunnen klaut, auch das Herz desjenigen, der sie hineingeworfen hat. Und so hat Beth plötzlich vier Liebeskranke am Hals, die sie auf Schritt und Tritt verfolgen: den kleinen Wurstfabrik-Millionär Al (Danny DeVito), den narzisstischen Selbstdarsteller Gale (Dax Shepard), den Straßenkünstler Lance (John Heder) und den Aktmaler Antonio (Will Arnett). Der fünfte Münzenwerfer Nick (Josh Duhamel) hat bereits auf der Hochzeit Beths Herz erobert. Aber woher soll die hübsche Blondine wissen, ob Nick sie nicht doch nur wegen des Zaubers liebt?

Einsame, attraktive Karrierefrau auf der Suche nach der großen Liebe - eine wahrlich altbekannte Ausgangssituation für romantische Komödien. „When in Rome" hält sich hier an klassische Muster. Da verwundert es nicht, dass der Handlungsablauf nach etwa fünf Minuten vorhersehbar ist. Die altbekannten Schwächen der traditionellen Hollywood „Rom Com" lassen folglich nicht lange auf sich warten: schwache Charakterzeichnung, einfallslose Handlung, überzogene Situationskomik.

Dabei ist die Grundidee an sich amüsant. Die Legende um den Liebesbrunnen und seine magischen Münzen ist zwar absurd, lässt jedoch einen Hauch von Zauber und Magie aufkommen. Leider vermag das Drehbuch der viel versprechenden Ausgangssituation keine neuen Facetten abzugewinnen. Und so werden die Konventionen des Genres phantasielos und banal abgespult.

Auch der Humor des Films kann nur teilweise überzeugen. Neben einigen durchaus witzigen Gags, besteht „When in Rome" überwiegend aus Standard-Komik. Wenn die Protagonisten nicht gerade stolpern, laufen sie gegen Masten, Türen und Fenster. Vor allem Beths vier Verehrer übertreffen sich gegenseitig an absurder Tollpatschigkeit. Zudem wirken einige Szenen durchaus fehl am Platz. Man fragt sich beispielsweise bis zuletzt, warum auf einer italienischen Hochzeit der griechische Sirtaki getanzt wird.

Bedauerlicherweise verfügen auch die beiden Hauptdarsteller Kristen Bell („All Inclusive") und Josh Duhamel („Transformers") nur bedingt über Charme und Präsenz. Ihr Zusammenspiel harmoniert zwar, ruft jedoch nur selten Sympathie oder Mitgefühl hervor. Auch Hollywood-Alteisen Danny DeVito wirkt erstaunlich blass in der Rolle des quirligen Würstchen-Königs.

„When in Rome" bietet somit seichtes Unterhaltungskino, das hin und wieder zum Schmunzeln anregt, aber nie über seine Mittelmäßigkeit hinauskommt.

Fazit: Die sieben bis acht Euro Kinoeintritt lieber in einen Brunnen werfen und sich einfallsreichere Komödie wünschen!

Bewertung: 2 von 5 Sterne.

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(Text: Julia Hanel)

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