Was war denn deine außergewöhnlichste Reise?Als ich noch beim Radio gearbeitet habe, habe ich als Reporter eine Aktion betreut, bei der ich 14 Tage jeden Tag in einer anderen Stadt war. Istanbul, Stockholm, London, St.Moritz, Mailand. Das war sehr verrückt. Was mich auch sehr beeindruckt hat, war Australien. Das hatte ich zuvor nicht auf meiner Karte, weil es so weit weg ist. Es war auch meine weiteste Reise, wobei ich eher zum Arbeiten da war. Ich finde es immer schön, Dinge zu sehen, die ich noch nicht kenne.
Wo du den Dschungel ansprichst. Würdest du auch als Kandidat nach Australien reisen?Wenn du die Leute, die dieses Jahr drin waren, vor fünf Jahren gefragt hättest, ob sie da mitmachen würden, hätten die alle gesagt: Nie im Leben, das hab ich doch nicht nötig. Ich fürchte, dass das Leben manchmal Geschichten schreibt, die es scheinbar doch nötig machen. Ich gehe aber schwer davon aus, dass ich niemals reingehen werde. Ich würde denen da auch nichts bringen. Ich wäre mies gelaunt, weil es nicht zu essen gäbe. Und dieses Ekelzeugs zu essen, wäre nicht mein Ding. Ich käme permanent ohne Sterne zurück und ich wäre relativ schnell verhungert oder von den Anderen aus Rache aufgegessen. So würde das enden, deshalb bleibe ich lieber draußen.
Wollen wir mal beim Anfang deiner RTL-Karriere beginnen. Gab es das Konzept zu „Achtung! Hartwich“ bevor man auf dich als Moderator kam?Es gab die Idee für die Sendung und man hat jemanden gesucht, der passen würde. Dann wurde das Konzept an mich, an meine Stärken und Schwächen angepasst. Ich hatte als Moderator auch Mitspracherecht, so konnte ich sagen: Das will ich so und das will ich nicht. Es war also schon meine eigene, persönliche Show.
Wie ist es denn, wenn die erste eigene Sendung, sogar mit dem Namen im Titel, dann wegen schlechten Quoten nicht fortgesetzt wird?Ich habe das persönlich nicht so empfunden. Ich habe die Sendung von Anfang an als Experiment gesehen. Es sah nach der dritten Sendung auch tatsächlich quotenmäßig nicht gut aus, da bestand zwischendurch auch die Gefahr, abgesetzt zu werden. Dann wäre ich geknickt gewesen. Letztendlich liefen aber alle 14 Episoden, auch weil die Sendung dann samstags nach „Deutschland sucht den Superstar“ ausgestrahlt wurde. Da ist es nicht so schwer, eine gute Quote zu erreichen.
RTL hat gleich gesagt, dass sie dich als Moderator behalten wollen. Hast du denn nach Supertalent und Dschungel-Show mal wieder ein eigenes Projekt geplant?Es gibt viele Ideen, was man machen könnte und man muss ausprobieren, ob es funktioniert. Das hängt oft am Konzept und am Moderator und wir versuchen gerade etwas zu finden, das passt. Aber nebenbei habe ich ja noch andere Sendungen, ich habe also genug zu tun. Aber klar, der Nachteil ist, wenn man einmal eine Late-Night-Show gemacht hat, dann muss schon was sehr Cooles nachkommen, dass man noch einmal beeindruckt ist. Das ist normalerweise das, was am Ende der Karriere und nicht am Anfang kommt. Deshalb habe ich derzeit irgendwie eine komische Rolle. Wenn ich „Achtung! Hartwich“ nicht gemacht hätte, sondern nur das Supertalent und die Dschungel-Show, würden alle sagen: Wie geil ist das denn? Von null auf hundert. So fragen alle: Ist das nicht doof? Aber nein, es ist nicht doof. Es ist cool.
Aber Supertalent setzt doch nicht noch eins auf eine eigene Late-Night-Show drauf?Eigentlich kann nur ein gleiches Format das Niveau wiederherstellen. Wenn man eine ordentliche Profilneurose hat, dann gibt es keine bessere Möglichkeit, diese zu stärken, als mit einer eigenen Late-Night-Show, die den eigenen Namen trägt, wo man selbst Chef und Star der Sendung ist. Das ist natürlich etwas anderes als Moderator einer Sendung zu sein, in der andere die Stars sind.
Würdest du dich als Rampensau bezeichnen?Das muss man ein Stück weit sein. Wenn man Moderator sein will, muss man eben die Fresse aufreißen und sich im Zweifelsfall auch mal ausbuhen lassen.
Hätte es DSDS oder Supertalent gegeben, als du 18 warst, hättest du mitgemacht?Nein, weil ich Freunde gehabt hätte, die mir gesagt hätten: Alter, hör auf damit, du kannst vielleicht ein bisschen singen, aber nicht so gut, dass es reichen würde, da zu gewinnen. Ich hätte auf meine Freunde gehört. Ich glaube, ich wäre diesem Reiz nicht erlegen. Bei Germany’s Next Topmodel, da hätte ich mich natürlich beworben. Bei einer Männerstaffel wäre ich auf jeden Fall dabei gewesen. Ich überlege noch, ob ich mich nicht anmelden soll.
Bei „Das Supertalent“ war nicht zu übersehen, dass es da eine gewisse Sympathie zwischen dir und Sylvie van der Vaart gab…Ach ja, Sylvie!
Was lief denn da? Sylvie ist eine wunderschöne, hinreißende, sehr charmante, lustige, unterhaltsame, hochgradig angenehme Frau, die übrigens ohne Schminke noch viel hübscher ist als mit Schminke. Aber sie hat auch echt keinen schlechten Mann. Er ist ungefähr Milliardär, Profifußballer, Holländer, wäre fast Europameister geworden. Er ist ein gutaussehender Typ, durchtrainiert und es gibt keinen, der auch nur ein Blatt zwischen Sylvie und Rafael van der Vaart bekommt. Der Höhepunkt war, dass wir einmal zusammen frühstücken waren.
Aha, wie kam’s denn dazu?Sie saß im Frühstücksraum, ich kam runter und sie sagte: Setz dich doch.
Eine andere „Liebe“ hat man bei „Achtung! Hartwich“ gesehen; zwischen dir und Ross Anthony. Wenn du zwischen Ross und Marco Schreyl wählen könntest, wen nimmst du?Wofür – ist die Frage! Für einen Umzug würde ich lieber Marco Schreyl nehmen, weil er größer und kräftiger ist. Für eine Englandreise lieber Ross, weil er besser Englisch spricht.
Durch Ross kam es zu Situationskomik in „Achtung! Hartwich“, die so gar nicht gewollt war…… das kann sein, da er oft dabei war. Ich war natürlich sehr froh, dass Ross Dschungelkönig wurde, denn es hieß, dass der Gast meiner ersten Sendung der Dschungelkönig sein würde. Ich glaube, dass ich mit Michaela Schaffrath nicht so viel zu erzählen gehabt hätte.
Wenn du dir eine eigene Sendung gestalten dürfest, wie würde die aussehen?Das ist schwierig, wenn man schon einmal eine Sendung hatte, die perfekt auf einen zugeschnitten war, denn das ist letztlich das perfekte Format. Wobei es da sicher auch Verbesserungsbedarf gibt. Ich habe aber auch die Sache im Dschungel sehr gerne gemacht: Eine sehr lange Live-Sendung mit Gästen, das könnte ich auch jeden Tag machen.
Doch bestimmt nur wegen des australischen Wetters?Das war grausam, kann ich dir berichten. In der letzten Sendung hatten wir 42 Grad im Schatten, es war sehr schwül und ich stand mit meinem Smoking unter den Scheinwerfern. Da kannst du dir ungefähr ausrechnen, wie sehr man schwitzt. Das Wetter war nur an den freien Tagen förderlich, ansonsten hat es eher gestört. Aber lieber in Australien als in Frankfurt schwitzen.
Du bist Frankfurter. Was macht denn Frankfurt zur tollsten Stadt Deutschlands?Da hast du genau den falschen erwischt. Ich bin zwar hier geboren, aber bei gebürtigen Frankfurtern stelle ich fest, dass sie eine gewisse Distanz zu ihrer Heimatstadt haben. Das Gute an Frankfurt ist, dass man, wenn man mal da ist, schnell wieder weg kommt. Wir haben einen sehr guten Flughafen, einen sehr guten Bahnhof und fantastische Verkehrsanbindungen über die Autobahn. Ansonsten ist Frankfurt ja nicht unbedingt die schönste Stadt, aber es gibt natürlich schöne Gegenden. Es ist nicht mein Ziel, zum Ehrenbürger Frankfurts ernannt zu werden, so groß ist meine Liebe zu dieser Stadt nicht.
Hast du einen „Geheimplatz“ hier?Eine romantische Idee eigentlich, einen Geheimplatz zu haben. Die meisten Plätze, an denen ich mich aufhalte, sind öffentliche Cafés, das kann man schwer als Geheimplatz bezeichnen. Ich hatte mal früher einen Geheimplatz, im Garten meiner Eltern, hinter den Büschen haben mein Bruder und ich eine Höhle eingerichtet.
Wohnst du eigentlich noch in Frankfurt?Ja, ich bin aber gerade dabei, meinen Wohnsitz nach Köln zu verlagern. Das Pendeln nervt dann doch irgendwann.
Also liegt deine Zukunft auf jeden Fall bei RTL?Von meiner Seite aus ja, aber RTL hat da auch noch ein Wörtchen mitzureden. Aber was ich so von ihnen höre, sieht es gut aus. Es muss immer Sendungen geben, die ich moderieren kann, fürs Nichtstun wird man nicht bezahlt. Aber im Moment habe ich keinen Grund zum Meckern. Es gab vor RTL schon Sender und Produktionsfirmen, die gesagt haben, dass sie mich reich und berühmt machen – sie haben mich alle angelogen. Und RTL hat bisher Wort gehalten; nicht, dass ich reich und berühmt wäre, aber es ist zumindest der Weg dahin und den gehen sie ganz konsequent.
Das ist doch mal ein Schlusswort. Vielen Dank, Daniel, dass du dir die Zeit genommen hast und viel Erfolg beim Durchstarten mit RTL. Teil 1: „Essengehen ist die schönste Form der Ernährung“(Interview: Miriam Keilbach / Foto: RTL)
Kommentare
also...ich hab den Daniel Hartwich gerade in der Stadt gesehn!! Willkommen in Köln kann ich nur sagen und viel Spaß beim Möbelkauf. Ich bin selbst erst letztes Jahr von Berlin nach Köln gezogen und finde die Stadt einfach toll. Und vor allem - übersichtlich ;)
Habe lange keine Sendung mit dem Daniel gesehn, schade eigentlich. Hoffe er ist bald wieder am Start!! :)
lg die Manja