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Kultur / Musik & Theater 05.07.10

„Radioerfolg ist für uns sekundär“

Text: Miriam Keilbach

aufmacher"Stanfour", die Chartstürmer aus Föhr, im Interview
Mit „All your lovers" und „In your arms" stürmte Stanfour vor zwei Jahren die Charts - jetzt sind die vier Norddeutschen mit ihrer neuen Single „Wishing you well" erstmals in den Top Ten gelandet. Unsere Redakteurin Miriam Keilbach traf Sänger Konstantin Rethwisch und Gitarrist Christian Lidsba in Kiel zum Interview. Über eine Band, die nicht erkannt wird, einen Gitarristen, der nichts sagen wird und einen Sänger, der für einen Amerikaner gehalten wird.

back view: Zwischen euren Hits liegt immer ein Jahr. Hattet ihr je die Angst, dass Stanfour ein „One Hit Wonder" gibt?
Konstantin: Nein, die Befürchtung hatten wir nicht. Wobei wir uns auch nicht damit beschäftigt haben, ob das nun klappt oder nicht. Wir wollten von Anfang an eine langfristige Musikkarriere machen. Ob unsere Lieder im Radio erfolgreich werden, war sekundär. Wobei die Wahrnehmung nach außen natürlich oft anders ist.

Kommt es nur mir so vor, oder kennen die Leute tatsächlich eure Songs und summen sie mit, die Band Stanfour aber kennen sie nicht?
Konstantin: Das passiert in der Tat häufig, aber für uns ist das etwas Positives. Das gibt uns mehr Freiheit, weil wir musikalisch nicht so festgelegt sind. Außerdem ist das fürs Privatleben tendenziell gut, wenn man nicht erkannt wird. Chris Martin, der Sänger von Coldplay, fuhr zu seinem eigenen Konzert in London mit der U-Bahn und wurde von den Securityleuten nicht reingelassen.

Ihr sagt, dass es eine große Veränderung zwischen eurem ersten Album „Wild Life" und dem zweiten „Rise And Fall" gibt. Warum wolltet ihr denn etwas an eurem Stil ändern?
Konstantin: Es lag eine lange Zeitperiode zwischen den beiden Alben. Die Songs von „Wild Life" sind älter, die meisten entstanden schon lange Zeit bevor wir das Album produziert und aufgenommen haben. Wir haben uns in der Zwischenzeit musikalisch und persönlich weiterentwickelt und das spürt man auch in der Musik. Musik hat immer etwas mit Erfahrung zu tun. Unser nächstes Album wird wieder anders werden.

Ganz anders?
Konstantin:
Nein, es wird schon in die Richtung von „Rise And Fall" gehen.

Nach eurem ersten Album habt ihr neue Musiker ins Boot geholt. Welche Auswirkungen hat das denn auf eure Musik?
Konstantin: Es hat vor allem eine positive Auswirkung. Wir kannten die Leute alle ewig, aus Kindheitstagen. Einen von ihnen kenne ich, seit ich acht Jahre alt bin. Wir wussten, was diese Musiker können und irgendwann kamen wir nicht mehr daran vorbei, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Eben, als sie sich in der Szene etabliert hatten.

Thomas von Silbermond sagte, sie seien nach Berlin gezogen, weil eine Band die Kreativität einer Großstadt bräuchte. Seid ihr deshalb von Föhr nach Hamburg gezogen?
Konstantin: Eine Großstadt hat einfach viele Vorteile für einen Musiker, deshalb ist es sinnvoll, dorthin zu ziehen und mal rauszukomen. Es kommt auf die Erfahrung an, die man macht. Aber klar, eine Großstadt kann eine Inspiration sein.

Welchen Bezug habt ihr denn noch zu Föhr?
Konstantin:
Eine große Verbindung, da wir ja alle dort aufgewachsen sind. Wir haben auch noch ein Studio dort. Wir kennen die Gegend, das ist unsere Heimat und wir sind unglaublich gerne dort.

Wo wir bei Heimat sind: Dein Bruder Alex (Keyboarder bei Stanfour; Anm. d. Red.) und du habt eine Weile in Los Angeles gewohnt. Wie viel Einfluss hat LA auf eure Songs?
Konstantin: Die Zeit hat uns stark beeinflusst, das spürt man auch in unseren Songs. Es steckt wohl ziemlich viel LA drin. Wir haben unsere Erfahrungen in der Musik verarbeitet und natürlich haben wir auch sehr viele Leute kennengelernt, was sehr hilfreich ist.

Helfen diese Kontakte denn weiter, sich auf dem deutschen Musikmarkt zu etablieren?
Konstantin:
Das hilft nicht unbedingt weiter. Aber es ist immer hilfreich, mit guten und interessanten Musikern zusammenzuarbeiten, weil man viel lernen kann.

Seid ihr als Stanfour manchmal in den USA unterwegs?
Konstantin:
Nein, das sind immer mein Bruder und ich allein. Aber wir beide sind schon noch häufiger in den USA, meistens zweimal im Jahr. Einmal im Frühjahr und einmal im Herbst, meistens so um die zwei Monate.

Singt ihr wegen eurer Zeit in LA auf Englisch?
Konstantin: Deutsch stand nie zur Debatte. Die Art von Musik, die wir machen, funktioniert nur auf Englisch. Nicht, dass ich etwas gegen Deutschrock hätte. Aber der Klang der Sprache wirkt sich auf die Musik aus, Englisch klingt zu unseren Songs besser. Die Melodie vom Deutschen passt nicht.

Eure Musik klingt Amerikanisch. Ist es Absicht, dass man euch in eurer Musik nicht als deutsche Band erkennt?
Konstantin: Es war so nicht gewollt, dass uns keiner als Deutsche erkennt. Aber wie sollten die Menschen das auch tun? Wir singen auf Englisch, sie können ja nicht erahnen, dass Deutsche dahinterstecken. Viele wissen einfach nicht, wer Stanfour ist oder es interessiert sie nicht. Allerdings sagt das auch nichts darüber aus, ob wir als Band gut oder schlecht sind.

Als ihr nach LA gegangen seid, habt ihr vor allem als Songwriter und Produzenten für andere Musiker gearbeitet. Wie kam es dazu, dass du nun doch singst?
Konstantin: Wir haben eigentlich immer selbst Texte geschrieben und ich habe auch immer selbst gesungen. Alex hat viel produziert, auch für andere Bands. Aber das hat sich für uns irgendwie nie gegenseitig ausgeschlossen.

Wo wir über das Ausland sprechen: Spielt ihr eigentlich nur in Deutschland?
Konstantin: Wir gehen im Herbst auf Europatournee, beziehungsweise ins nahe Europa, also Frankreich und Skandinavien und so.

Ich habe gelesen, dass ihr euch eher als Liveband als Studioband versteht?
Konstantin:
Ich glaube, jede Band würde sich gerne als Liveband bezeichnen. Im Endeffekt gleicht sich das wohl auch. Songs zu schreiben und einzuspielen macht uns auch Spaß und das ist alles ein langer Prozess. Ich würde sagen, das ist 50:50. Aber live zu spielen ist einfach aufregender, denn es gibt diesen direkten Kontakt mit den Fans, was echt schön ist. Du siehst gleich, ob das Publikum deine Show gut oder schlecht findet.

Diesen direkten Kontakt gibt es in Deutschland im Winter auch. Was erwartet uns auf der Tour?
Konstantin: Wir werden natürlich unsere aktuellen Songs spielen, so gut wir können. Und ein wenig rocken.

Aber zuerst spielt ihr im Sommer als Vorband von Pink. Ihr seid häufig Support-Act. Habt ihr es das noch nötig?
Konstantin:
Ich meine, Pink ist genial und du spielst mal eben vor 40.000 Menschen. Es ist viel aufgebaut und ein großes Publikum. So viele Menschen kommen zu unseren Konzerten nicht und wir können auf solchen Konzerten ein Publikum erreichen, das uns bis dahin noch nicht kannte. Außerdem ist es natürlich spannend, im Vorprogramm von so großen Künstlern aufzutreten.

Ich bin eigentlich fertig mit meinen Fragen. Aber Christian hat noch nichts gesagt.
Christian: Das tut mir leid. Aber ich dachte, ich höre einfach mal zu, was Konstantin so sagt. Wenn ich selbst auch noch antworte, kriege ich das nicht mit. War irgendwie auch mal spannend.


(Interview und Fotos: Miriam Keilbach)

Kommentare

avatar gaby
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geilllll i bin ein großer stanfour fan,mir gefällt die songs superrrrrr
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avatar Dani
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Auch wenn ich nur erahnen kann, was es für harte Arbeit ist ein Album rauszubringen, hoffe ich sssoooooooooooo ooooooo sehr das es nis zum neuen nicht mehr so lange dauert.. Bin süchtig nach Stanfour Musik ;-)
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avatar Katharina
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Sehr geiles Foto :-))))

Tolles Interwiev, aber das Konstantin immer redet kennen wir ja nicht anders *lach* ;-)
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avatar Lara
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I love Stanfour!!!!!!!!!!!
Tin, du bist ein Schnucki!
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avatar Kristina
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Kristina
www.mgupload.net
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