Gesellschaft / Meinungen 24.08.10
Text: Anna Franz
Umfrage zum Titelthema „Armut"
Gregor, 21, studiert Geschichte und Religion:
„Ab Hartz IV ist jemand arm. Da fehlt Geld für Kinder. Wenn man alleine ist, kann man vielleicht mit Hartz IV so über die Runden kommen, aber mit Kindern geht das nicht.
Jenny, 34, arbeitet in einer Personalabteilung:
„Ein Mensch ist arm, wenn er sich arm fühlt, geistig und physisch. Zum einen macht er es sicher an Vergleichen mit Anderen fest und es steckt auch im Menschen selbst drin. Man kann sich auch ohne viel Geld reich fühlen oder auch arm, obwohl man viel hat. Es fehlt nicht immer Geld, sondern vielleicht auch ein Selbstwertgefühl, Halt, Zuversicht und Zukunftsperspektiven, also die Kraft, so durch den Tag zu kommen."
Matthias, 25, Auszubildender Fachinformatiker:
„Für Deutschland finde ich die Hartz IV-Grenze schon sehr kritisch. Im internationalen Vergleich schneidet unser deutsches System aber noch ganz gut ab. Wenn man in Deutschland arm ist, kann man immer noch irgendwo wohnen und hat ein Grundrecht auf Versorgung. Das gibt's in der dritten Welt gar nicht, die pennen da in Blechhütten und kämpfen um ihr Überleben, das ist hier schon anders."
Pia, 17, Schülerin:
„Jemand ist arm, wenn er kein Haus hat, also auf der Straße leben muss, und sich kein Essen kaufen kann."
Martina, 27, Mutter von zwei Kindern, mit Laetitia-Marie:
„Wer auf der Straße lebt und nichts hat, ist arm, wenn man Essen aus der Mülltonne holen muss oder sich aus der Altkleidersammlung Sachen holt. Erst einmal sollte die Armut im eigenen Land bekämpft werden, bevor man Spenden an die Dritte Welt schickt, außerdem bin ich auch nicht sicher, dass die Spenden da ankommen!"
(Umfrage und Fotos: Anna Franz / Zeichnungen: Christina Koormann)
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