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Kultur / Film & Fernsehen 14.12.11

Charlie Sheen zwischen TV und Realität

Text: Laura Gassner

tt_back_viewKommentar: Trottel des Jahres 2011
Ein frauenverachtender Bushido mit Bambi, eine selbstzerstörerische Amy Winehouse, ein Lothar Matthäus auf dessen Nase mindestens acht Frauen gleichzeitig tanzen - die Liste der Kandidaten für den Preis "Trottels des Jahres 2011" wäre lang. An der Spitze steht allerdings: Charlie Sheen.


Wie man innerhalb eines Jahres alles aufs Spiel setzen kann, indem man sein Hobby zum Beruf macht, weiß „Two and a Half Men"-Legende Charlie Sheen immer noch am besten. Sowohl privat als auch beruflich setzte er alles auf eine Karte und verzockte sich.

Der beliebte Schauspieler feierte seit 1986 große Erfolge mit Filmen wie „Platoon" oder „Hot Shots". Bereits im Jahre 2003 nimmt er sich dann der Rolle des Charlie Harpers bei „Two and a half Men" an - oder besser: die Rolle nimmt sich ihm an.
„Nüchtern sein ist viel zu langweilig". Gemäß diesem Sheen-Zitat „spielt " er in der Serie den biertrinkenden Frauenhelden. Seinen Lebensstil aus der Serie übernimmt er im Privatleben, peppt ihn unter Anderem jedoch durch den Konsum harter Drogen und unkontrollierte, öffentliche Ausraster auf.

Mittlerweile steht der Name Charlie Sheen ausschließlich für nicht enden wollende Party- und Drogenexzesse und einen Mann, der keine seiner unzähligen Frauen von Gewalt oder zumindest deren Androhung verschont. Im Umgang mit ihm muss man auch auf Beleidigungen aller Art vorbereitet sein. Was 2011 auch Produzent Chuck Lorre schmerzlich erfahren musste, der daraufhin die Zusammenarbeit mit Sheen beendete.
Bekanntlich ist der Grat zwischen Genie und Wahnsinn sehr schmal. Charlie Sheen allerdings verstand es hervorragend die Balance zu halten - anders als während seiner durchzechten Tage und Nächte.
Wo sich ein Howard Carpendale mit einem Alkoholabsturz-Video endgültig lächerlich macht, gewinnt Charlie Sheen nahezu noch mehr Anhänger.  Mit seinem einzigartigen Charme bringt er neben seinem Filmbruder Jon Cryer und dessen Sohn Angus T. Johnes in insgesamt acht Staffeln fast jeden zum Schmunzeln.

Doch damit ist jetzt Schluss -  nach all seinen Eskapaden kann Warner Brothers die Verantwortung für Sheen nicht mehr tragen und ersetzte ihn im März dieses Jahres durch Ashton Kutcher. Pünktlich zur neunten Staffel ist das Lotterleben für den abgestürzten Sheen vorbei. Zumindest auf dem Fernsehbildschirm wurde er zum Trottel 2011.


(Text: Laura Gassner)

Kommentare

avatar Hubi
0
 
 
Mir wird durch den Artikel nicht wirklich klar, wieso Charlie Sheen ein Trottel sein soll? Er macht jede Menge Kohle, lebt das Leben, das er als ideal ansieht, kann es sich leisten, auf alles und jeden zu scheißen und begeistert dabei Millionen respektive Milliarden von Menschen...? Jeder Manie zum Trotz kann man sich seinem Charme nicht entziehen, wenn sich mal die ganzen Interviews aus der Zeit ansieht, wo es mit "2 and a half man" zuende ging. Charlie Sheen ist einer der größten unserer Zeit und überzeichnet in perfekter Form wie kaum ein anderer den Livestyle der späten 00er und frühen 10er Jahre!
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