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Gesellschaft / Brennpunkte 12.01.10

Der organisierte Rassismus des Ku-Klux-Klans

Text: Ronja Heintzsch

tt_back_viewWie die amerikanische Organisation die Welt erobern wollte
Der Ku-Klux-Klan ist allgemein bekannt für seine rassistischen Übergriffe und Äußerungen. Seit mehr als 140 Jahren besteht die Gruppierung weißer Südstaatenamerikaner, deren Ziel es ist, ein „reines Amerika" zu schaffen. back view blickt hinter die gewaltverherrlichende Geschichte des Ku-Klux-Klans.


Der Ku-Klux-Klan, kurz KKK, gehört zu den schlimmsten rassistischsten Organisationen der USA. Am Heiligabend 1865 wurde er von sechs Offizieren gegründet. Anfangs lag es nicht in den Absichten des Klans, Dunkelhäutige zu diskriminieren, doch mit der Zeit wendete sich das Blatt. Als Mitglieder des Klans bemerkten, dass man vor ihnen Angst hatte, begannen schnell die Gewalttaten. Insbesondere Südamerikaner, die gegen die Immigration von Mexikanern in ihr Land waren, traten dem Klan bei und tun es heute immer noch. 1867, zwei Jahre nach der Gründung des KKK, fand in Nashville ein Kongress statt, bei dem eine Verfassung ausgearbeitet wurde und der ehemalige General Nathan Bedfort Forest zum Großen Hexenmeister gewählt wurde. Mittlerweile gibt es unzählige weitere Titel. Alle Staatengruppen der USA werden vom sogenannten Reichs-Hexenmeister geführt. Über die einzelnen Staaten herrschen Große Drachen. Die Night Hawks sind für die Sicherheit verantwortlich und Kludds sind spirituelle Leiter der Klan-Gruppen. Die Mitglieder jeder Gruppe tragen traditionell weiße Roben. Night Hawks tragen schwarze Gewänder, Große Drachen weiße oder rote Roben mit roter Schärpe und der Reichs-Hexenmeister eine grüne Robe.
1867 zählte der Ku-Klux-Klan über 500 000 aktive Mitglieder. Und zahlreiche weitere befürworteten das radikale Vorgehen der Verbindung. 1871 wurde der Klan aufgrund von Gerichtsbestimmungen aufgelöst, doch tatsächlich existierten weiterhin Gruppen in Staaten wie Alabama, Georgia, Mississippi, Northern und Southern California, die noch gewalttätiger vorgingen. Als drei Jahre später jedoch die demokratische Partei die USA regierte, verschwand der Ku-Klux-Klan allmählich von der Bildfläche.

Der 8. Februar 1915
Doch ein simpler Film namens „The Birth of a Nation" sollte den Ku-Klux-Klan erneut aufleben lassen. Die Geschichte basierte auf dem amerikanischen Bürgerkrieg und alsbald erlangte der Film Berühmtheit in den ganzen USA. Die Wut auf „Schwarze" kehrte zurück und viele Menschen wollten dem KKK beitreten. Es sollte ausgerechnet ein ehemaliger Priester sein, der den Klan an Thanksgiving des Jahres 1915 neu begründete. Nun richtete dieser sich auch gegen Einwanderer, Intellektuelle, Juden und Katholiken. In den 1920ern war der KKK so beliebt, dass er einen Beitrag von zehn US-Dollar für jedes neue Mitglied erhob. Schon 1925 zählte die Verbindung fast fünf Millionen Unterstützer. Auch Frauen war es erlaubt dem Klan beizutreten, doch im Gegensatz zu den Männern wurden sie nicht oft zu Zeremonien zugelassen. Dennoch löste sich der Klan aufgrund interner Ungereimtheiten Anfang der 1940er Jahre auf.

1950 bis 1960
Zehn Jahr darauf wurden einige Klan-Organisationen jedoch wieder ins Leben gerufen; zu einer der bekanntesten zählt „White Knight of the Ku-Klux-Klan" in Mississippi. Die Mitglieder dort unterdrückten Farbige, um ihnen dadurch die Möglichkeit zu entziehen, wählen zu gehen. Als sich das FBI schließlich in die Morde und Gewaltakte einmischte, verlor der Klan eine Menge seiner Mitglieder und zählte Ende der 60er nur noch etwa 1 200 Personen. Durch ihren neuen „Anführer" David Duke kam der Ku-Klux-Klan in den 1970ern wieder zu einem besseren Image. Trotzdem gab es einige kleine Gruppen des KKKs, die sich vor allem durch Gewalt auszeichneten.

Dass sich die Verbindung immer in einer gesetzmäßigen Grauzone bewegte, wurde erst im Jahr 1997 gerichtlich anerkannt. Erstmals wurde ein Klan-Mitglied verurteilt: 1997 wurde Henry Hays wegen des Mordes an Michael Donald  hingerichtet. Hays war der erste Weiße seit 1913, der in Alabama wegen Mordes an einem Schwarzen umgebracht wurde.
Noch heute existiert der Ku-Klux-Klan und folgt nahezu derselben Ideologie wie vor 100 Jahren. So werden bei Zusammenkommen Becher mit Schriftzügen wie „I hate niggers" verkauft - ein klares Statement; so wie ihr rassistisches Motto „Für Gott, die Rasse und unsere Nation!". Mitglieder des KKKs geben offen zu, dass es ihre Absicht ist, ein „reines", weißes, christliches Amerika zu schaffen. Ohne Juden, Mexikaner, Homosexuelle und Farbige. Auch Frauen stehen bei ihnen nicht gut da und werden nicht gerne in Führungspositionen gesehen, sondern lieber "hinter dem Herd". Carl Dupre, Großer Drachen des Staates Louisiana, ließ im November 2008 außerdem verlauten, dass der zur Wahl stehende Präsidentschaftskandidat Barack Obama aufgrund seiner Hautfarbe nicht lange Präsident sein werde.


(Text: Ronja Heintzsch)

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