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Politik / International 24.08.10

"DEINE STIMME GEGEN ARMUT"

Text: Stefanie Hund

tt_back_viewZeichen setzen statt Geld überweisen
Zum Weltarmutsgipfel treffen sich vom 20. bis 22. September die Staats- und Regierungschefs dieser Erde zum Weltarmutsgipfel in New York. Dabei sollen vor allem die acht Milleniumsziele aus dem Jahr 2000 vorangetrieben werden. Die Organisation „Deine Stimme gegen Armut" kämpft für eine Verbesserung der weltweiten Armut und will der Politik ein Signal senden.


Kritiker sind der Meinung, dass die acht Milleniumsziele (siehe:LINK) der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2000 zu hoch gesteckt sind und die Umsetzung unrealistisch sei. Außerdem würden konkrete Schritte fehlen, die es erleichtern würden, auch wirkliche Veränderungen herbeizuführen.

Doch neben den Kritikern verschafft sich auch eine andere Stimme Gehör, die die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf dieses wichtige Treffen lenken möchte. Sie kritisiert nicht, sondern sensibilisiert und  sie verurteilt auch nicht, sondern regt zum Nachdenken an. Doch auf keinen Fall akzeptiert sie den derzeitigen Stand der Dinge, sondern möchte noch mehr zum Positiven verändern.

Es ist die Aktion „Deine Stimme gegen Armut", die durch Herbert Grönemeyer bekannt wurde und zusammen mit VENRO - den Bundesverband entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen - und befreundeten Fachleuten der PR- und Medienbranche ins Leben gerufen wurde.

Eine der wichtigsten Botschaften der Unterstützer in verschiedenen Werbespots und auf der Homepage ist, dass noch immer alle drei Sekunden ein Kind an extremer Armut sterben muss. Doch mit dieser aufrüttelnden Botschaft will die Aktion nicht Geld- oder Sachspenden von den Menschen. Vielmehr soll die Bevölkerung zum Handeln aufgerufen werden.

"Deine Stimme gegen Armut" will die Menschen dazu anregen, die eigene Stimme zu erheben und die politischen Entscheidungsträger an ihre Versprechen zu erinnern. Die Fortschritte, die es bislang bei den Milleniumszielen zu verzeichnen gab, sind ihnen zu wenig und sie wollen mehr Engagement, um einige der gesteckten Ziele noch bis zum Jahr 2015 zu erreichen.

Ihre Ziele für 2010 sind, dass Angela Merkel höchstpersönlich zum Weltarmutsgipfel reist und sich der verschiedenen Themen annimmt. Sie fordern, dass die Bundesrepublik eine Vorreiterrolle im Kampf gegen die Armut übernimmt. Die (prominenten) Unterstützer dieser Aktion wollen das Thema „Armut" und Diskussionen darüber wieder mehr in das Bewusstsein der Menschen bringen. Sie fordern dazu auf, einen vorgefertigten Brief an Angela Merkel zu unterschreiben oder eine Textbotschaft zu hinterlassen.

Wer sich selbst intensiver mit dem Thema auseinandersetzen will, kann bei der Foto- oder Videoaktion mitmachen, bei der der „Aktions-Leichenumriss" in beliebiger Art und Weise in Szene gesetzt wird. All dies wird der Bundesregierung noch vor dem Weltarmutsgipfel überreicht werden, um den Politkern zu signalisieren, dass die Menschen in Deutschland den Gipfel im September verfolgen werden und Einsatz von den politischen Entscheidungsträgern erwarten.

Die Idee hinter der Aktion „Deine Stimme gegen Armut" ist es, Taten sprechen zu lassen anstatt einfach nur Worte in den Wind zu schreiben. Also genau das, was vielerorts von der Bevölkerung von Politikern gefordert wird. Nun werden die Bürger selbst aufgefordert, etwas zu tun und das noch in sehr geringen Maßen.

Es ist lediglich eine Unterschrift, die unter einen Brief gesetzt werden soll und bei Interesse kann noch eine eigene Botschaft hinzugefügt werden. Der Aufwand begrenzt sich auf eine Minute. Doch anscheinend ist der Nerv bei vielen Deutschen noch nicht vollständig getroffen worden und das Leid und die Armut zu weit weg.

Um zu dieser Auffassung zu gelangen, muss man sich lediglich die Startseite der Homepage ansehen, auf der auf einer Landkarte zu sehen ist, wie viele Einwohner in den verschiedenen Regionen Deutschlands schon ihre Stimme abgegeben haben. Die Anzahl hält sich für dieses brisante Thema und den minimalen Zeitaufwand in Grenzen. Die Hürde, den eigenen Namen, die E-mail-Adresse und die Postleitzahl unter den Brief zu setzen, scheint eine größere zu sein, als ein paar Euro an eine Hilfsorganisation zu überweisen.

Das durfte auch die Autorin dieses Artikels feststellen, denn es dauerte einige Stunden der Überlegungen, bis ich schließlich meinen Namen unter den Brief setzte und noch eine Botschaft dazuschrieb. Die große Frage die bleibt, ist, ob die Bundesregierung der Aktion eine Bedeutung beimessen wird?

Die prominenten Unterstützer von „Deine Stimme gegen Armut" jedoch lassen nicht locker und werden das Thema wohl nicht einfach ruhen lassen. Dieses Engagement sollte jeden Einzelnen zum Nachdenken anregen, ob eine Unterschrift wirklich zu viel verlangt ist, sich selbst für dieses Thema einzusetzen und seine Stimme zu erheben.


(Text: Stefanie Hund)

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