Gesellschaft / Meinungen 06.04.10
Text: Konrad Welzel
Seit einiger Zeit kann man sich für jede Flugmeile eine Klimaneutralität erwerben. Viele Unternehmen verkaufen ihre Produkte als „CO2-neutral". Der erschlichene Klimaschutz? Können wir dadurch den Kollaps tatsächlich noch vermeiden? Ganz sicher nicht. Auf über 90 Prozent werden diese als „grün" angebotenen Produkte geschätzt, die die Kompensationsleistungen nicht in ausreichendem Maße begleichen. Dahinter verbirgt sich eine reine Marketingkampagne. Klimaschutz ist in Mode gekommen und da wirkt ein Produkt oder ein Konzern gleich doppelt so beliebt, wenn er sich diesen auch auf die Fahnen schreibt.
Ein Schwindel, den auch die Politik gerne übernimmt. Der CO-Ausstoß muss verringert, das Klima geschont werden. Darin sind sich eigentlich alle einig. Warum trotzdem nicht ausreichend Maßnahmen getroffen werden? Nun ja, man nehme die kürzlich verkündete Forderung unseres Bundespräsidenten Horst Köhler, die Gedanken der Bundesregierung und werfe sie in einen Topf mit Wasser - was passiert, wenn man dieses Gemisch erhitzt? Es entsteht heiße Luft! Nur noch mehr CO2 anstatt die Schadstoffe zu verringern. Während Horst Köhler die Spritpreise deutlich erhöhen will und sich dadurch einen Klimaschutz erhofft, baut die Bundesregierung weiter auf Atomkraftwerke, anstatt auf regenerative Energien. Mal abgesehen von der ungeklärten Endlagerung wäre durch ein generelles Umdenken in der Energiegewinnung auch der CO-Ausstoß verringerbar.
Aber warum schimpfen, wenn der Klimawandel von den Deutschen nicht mehr als so großes Problem gesehen wird. Eine aktuelle Umfrage von Infratest hat ergeben, dass sich nur noch 42 Prozent vor einer globalen Erwärmung fürchten - 20 Prozentpunkte weniger, als noch vor drei Jahren. Schuld daran sind aber keineswegs weitreichende Maßnahmen der Politik und der Wirtschaft, die die Menschen aufatmen lassen. Nein! Stattdessen machte erst kürzlich die Meldung von fehlerhaften Berichten des Weltklimarates IPCC die Runde. Das sowieso schon wackelnde Holzbein des Vertrauens in die unsichere Klimaforschung ist seitdem stark angeknackst. Aber egal, ob der Gletscher des Himalaya jetzt 2035 oder eben richtigerweise 2350 komplett abgeschmolzen sein wird; fest steht schon heute: Das globale Klima hat sich verändert und es wird sich noch weiter verändern. Die Natur wird als Erstes darunter leiden: Wetterextreme werden weiter zu nehmen und die Polkappen werden schmelzen. Die Welt wird nicht vollständig untergehen, neue Lebensräume und -arten werden sich erschließen. Aber mehr als geschaffen wird, wird zerstört werden. Für immer vernichtet. Und das Schlimme daran: Der Prozess ist kaum noch aufzuhalten - komme was wolle! Dennoch kann der durch menschliche Schadstoffemission verursachte Klimawandel zumindest noch ausgebremst werden. Und genau das ist jetzt unsere Aufgabe!
(Text: Konrad Welzel)
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Kommentare
"Wetterextreme werden weiter zu nehmen und die Polkappen werden schmelzen. Die Welt wird nicht vollständig untergehen, neue Lebensräume und -arten werden sich erschließen. Aber mehr als geschaffen wird, wird zerstört werden. Für immer vernichtet. Und das Schlimme daran: Der Prozess ist kaum noch aufzuhalten - komme was wolle!"
Ich gehe mal davon aus, dass du Konrad seine eigenen Worte vorwerfen wolltest ;)
Wir Journalisten sehen unseren Job darin, auf solche Dinge aufmerksam zu machen. Ich persönlich finde nicht, dass es ein Spiel mit der Angst ist, sondern einfach nur die Wahrheit. Jedoch handelt es sich bei dem Artikel um einen Kommentar und somit Konrads Meinung ;)
Warum keiner etwas dagegen tut können wir dir leider auch nicht beantworten - wir würden lieber auch etwas anderes berichten.
LG aus der Chefredaktion