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Gesellschaft / Meinungen 21.04.09

"Ich werfe meinen Müll weg"

Text: Anna Franz

tt_back_viewbackview-teaserUmfrage zum Titelthema Umweltverschmutzung
Das ist Münster: Der Aasee, an dem die Jugendlichen im Sommer lange Tage in der Sonne und Nächte am Grill verbringen, und natürlich die Fahrräder. Autofahrer trauen sich nur noch selten in die Innenstadt, und nicht umsonst gibt es im studiVZ die Gruppe „Ich fahr Fahrrad in Münster, ich darf ALLES!".

 
mariellaMariella, hat gerade ihr FSJ beendet und wird ab Oktober Medizin studieren:
„Die Regierung arbeitet in manchen Bereichen zu viel mit der Wirtschaft zuammen. Dabei denken die nicht genug an die Umwelt. Die Abwrackprämie zum Beispiel wird ja auch Umweltprämie genannt, obwohl die ganzen Autos verschrottet werden, das ist ja im wahrsten Sinne des Wortes ziemlicher Schrott. Wenn die Regierung mehr auf die Umwelt achten würde, das wäre ein Schritt in die richtige Richtung."

Hannah, studiert Medizin im siebten Semester, fliegt gerne nach Südamerika:
„Die Umweltverschmutzung ist ein globales Problem. Wir fahren ja alle mit dem Auto oder fliegen mit dem Flugzeug, da muss etwas dran geändert werden. Natürlich versuche ich auch selbst etwas dagegen zu tun, aber das ist nicht so einfach, weil man einfach viel zu sehr in diesem Luxus drin steckt und es einem so schwer fällt, auf Sachen zu verzichten. Ich gebe auch zu, dass ich gerne in andere Länder fliege, nach Südamerika zum Beispiel. Das ist natürlich einerseits eine tolle Erfahrung, aber auf der anderen Seite halt echt klimaschädlich wegen der ganzen Abgase in der Atmosphäre." (kein Foto)

pia_simonPia, Ausbildung zur Ergotherapeutin im zweiten Jahr in Münster, möchte den Autofreien Sonntag und Simon, Ausbildung zum Fachinformatiker in Bocholt, ersten Lehrjahr, gern ein Auto:
Pia: „Das Meer wird immer stärker verschmutzt, das große Fischsterben macht ja auch hin und wieder Schlagzeilen. Die sterben ja von dem ganzen Öl, wenn das aus Tankern ausläuft."
Simon: „Wenns um Umweltverschmutzung geht, darf man auf keinen Fall die Atomkraftwerke vergessen. Die produzieren ja angeblich so sauberen Strom, aber ihren atomaren Müll entsorgen die ganz vorbildlich in Seen und Flüsse. Dann Prost! Gegen diese „große" Umweltverschmutzung können ja einzelne Leute so wie wir nichts erreichen, aber dafür können wir auf kleine Sache achten, zum beispiel, den Müll richtig zu trennen, Batterien nicht in den Restmüll zu werfen."
Pia: „Und die Leute sollten weniger Autofahren, damit die schädlichen Abgase weniger werden. Es gab ja mal den autofreien Sonntag, das finde ich eine gute Idee, den sollte man wieder einführen. Ich brauche zum Beispiel kein Auto, besitze auch gar keins, hier in Münster fährt ja sowieso jeder Fahrrad."
Simon: „Also um ehrlich zu sein, ich hätte schon gern ein Auto. Wenn man weiter weg möchte, ist es schon ziemlich praktisch."

joannaJoanna, macht eine Ausbildung zur Ergotherapeutin, will im Aasee baden:
„Ich schmeiß meinen Müll immer weg. Egal wie weit der nächste Mülleimer entfernt ist, ich finde es nicht ok, leere Flaschen oder ähnliches einfach auf den Boden zu werfen. Wenn ich am Aasee sitze, finde ich es eklig, wenn die Leute grillen und ihr ganzes Zeug einfach liegen lassen. Außerdem ist der Aasee auch echt verschmutzt, der sollte saubergemacht werden, damit man darin baden kann."


janJan, studiert Wirtschaftsinformatik im zweiten Semester in Münster, gehört nicht zu den Deppen, die ihren Müll in die Pampa schmeißen (meistens jedenfalls): „Umweltverschmutzung? Jeder Depp, der irgendwas kauft, es isst, oder sich ins Regal stellt, schmeißt seine Tüte einfach weg. Das ist Umweltverschmutzung! Ich? Hm, na ja, wenn ich in der Pampa stehe, würd ich es vielleicht auch unauffällig fallen lassen. Aber hier ist ja ein Mülleimer direkt daneben. (demonstrativ wirft er seinen Müll so weg, wie es sich gehört, siehe Foto) Für die Umwelt könnte ich vielleicht meinen Rechner öfter mal ganz herunterfahren, anstatt ihn immer nur auf standby zu schicken. Aber dafür muss Microsoft erst schnellere Betriebssysteme verkaufen, damit mein Rechner keine zehn Minuten mehr braucht, um hoch zu fahren."

almutAlmuth, studiert Nachhaltige Dienstleistungs- und Ernährungswirtschaft (Master) im zweiten Semesterin der FH in Münster und beschäftigt sich täglich mit dem Problem:
„Umweltverschmutzung ist eines der größten globalen Probleme. Uns in den reichen Ländern betrifft es weniger als die ärmeren, weil die weniger Geld und weniger Möglichkeiten haben, sich um Umweltschutz zu kümmern. Deutschland ist schon relativ weit, aber noch nicht weit genug. Ich studiere Nachhaltigkeit an der FH Münster und beschäftige mich praktisch jeden Tag mit dem Problem. Bei dem Studium geht es darum, wie man Produkte nachhaltig herstellt und wie man Wirtschaft und soziales besser miteinander verbinden kann. Und natürlich spielt Umwelt da auch eine Rolle. Uns fällt es halt schwer, auf Sachen zu verzichten, und das ist eigentlich das größte Problem. Man muss nicht unbedingt versuchen, nur immer mehr und mehr für den Umweltschutz zu tun, sondern man sollte weniger dagegen tun."

backview-umfrage-anna(Text: Anna Franz / Zeichnungen: Christina Koormann)

 

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