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Gesellschaft / Menschen 04.02.09

Die Bundeswehr und die Presse

Text: Martin Josef Gottfried Böcker

altGenau wie private Unternehmen ist auch die Bundeswehr auf eine gute Öffentlichkeitsarbeit angewiesen. Hierzu unterhält sie nicht nur eigene Zeitschriften, sondern bietet auch Ausbildungen für Journalisten an, die aus Einsatzländern berichten möchten. Back view hat sich mit dem Thema auseinander gesetzt.

Eine Zeitschrift namens „Y. Magazin der Bundesehr“
Eine der Bundeswehrpublikationen ist das Magazin Y.Magazin der Bundeswehr. Die Zeitschrift wird im Auftrag des Bundesministeriums der Verteidigung herausgegeben und hat den Auftrag "Truppeninformation“. Ein Begriffspaar, das die Y.Magazin der Bundeswehr als „dienstliche Information rund um das Thema Bundeswehr“ beschreibt. Es richtet sich in erster Linie an Soldaten, Reservisten und zivile Mitarbeiter der Truppe.

Wer Soldat ist oder war, kennt die „Y“, wird sie doch kostenlos an alle Dienststellen der Bundeswehr verteilt und dort zur freien Verfügung ausgelegt. Das Magazin liefert gut recherchierte Informationen „unter Einsatz aller journalistischen Stilmittel“ auf Focus-Niveau. Wer die „Y“ kaufen möchte, muss schon in den Bahnhofsbuchhandel gehen, der normal sortierte Zeitschriftenhandel bietet das Spartenmagazin nicht an. Man kann es auch per Abonnement beziehen.

Hauptmann Thomas Brackmann ist Chefreporter des Bundeswehrmagazins, und als solcher schon viel herum gekommen: Es gibt nicht viele deutsche Soldaten, die sowohl auf dem U-Boot „U16“ mitgefahren sind, als auch Dschibuti, Afghanistan und den Kosovo gesehen haben. Diese Erfahrungen hat er dem Umstand zu verdanken, dass er in seiner jetzigen Funktion als Chefreporter Soldat und Journalist in Personalunion ist. Er berichtet zwar vom Geschehen vor Ort, aber als „Journalist im Auftrag der Bundeswehr“. Somit ist er nicht mit den zivilen Reportern zu vergleichen, die zum Beispiel als embedded journalist US-amerikanische Patrouillen im Einsatzland begleiten.

Krisengebiets-Ausbildung für zivile Journalisten
Zivile Journalisten, die aus einem Krisengebiet berichten wollen, sind gut beraten, wenn sie ein ganz besonderes Angebot der deutschen Streitkräfte wahrnehmen: Die Journalistenausbildung der Bundeswehr im „Vereinte Nationen-Ausbildungszentrum“ in Hammelburg. Nach Angaben des Presse- und Informationsstabs der Bundeswehr wird das Angebot meist von fertig ausgebildeten Journalisten wahrgenommen, die von ihrem Arbeitgeber ins Ausland geschickt werden. Aufgrund der Gefahrensituationen die sie dort erwarten, sei diese Kooperation zwischen der Bundeswehr und der Berufsgenossenschaft Druck und Papierverarbeitung äußerst hilfreich, „um den persönlichen Sicherheits- und Gesundheitsschutz zu fördern“.

Schwerpunkt der einwöchigen Ausbildung ist die „Sensibilisierung für Gefahren“. Die Bundeswehr-Ausbilder konfrontieren die Journalisten unter anderem mit der Hinterhältigkeit von versteckten Ladungen und Minen, bereiten die „Lehrgangs-Teilnehmer“ auf Geiselnahmen vor und machen sie mit „fiktiven Bürgerkriegsgebieten“ vertraut. Je nach Konstitution der Teilnehmer wird die körperliche Belastung dieser Tage sehr unterschiedlich wahrgenommen.

Journalisten im Einsatz
Die Bundeswehr bietet interessierten Journalisten jedoch auch die Möglichkeit, Einheiten der Bundeswehr zu begleiten. Nach Angaben eines Sprechers des Bundesministeriums der Verteidigung findet das nicht in dem Ausmaße statt, wie zum Beispiel die US-Armee zivile Journalisten integriert. Während die Amerikaner so weit gehen, einen zivilen Reporter komplett und über einen längeren Zeitraum in die Einheit zu integrieren, kann die deutsche Bundeswehr lediglich über einen begrenzten Zeitraum begleitet werden. Wer über die Bundeswehr im Einsatz berichten möchte, muss die Erlaubnis hierzu und einen "Mitflug" beantragen. Hierbei sind durchaus auch kritische Journalisten willkommen, weil das Ministerium selbst ein großes Interesse an objektiver Berichterstattung hat.

Das sind nur drei von vielen Beispielen, wie die Bundeswehr sich in der Öffentlichkeit präsentiert. Weitere wichtige Standbeine sind sicherlich die öffentliche Nachwuchswerbung, die Presseoffiziere in den Brigaden, die Internet-Auftritte und diverse Print-Publikationen, et cetera. Insgesamt kann durchaus anerkannt werden, dass die Truppe sich aktiv um Transparenz bemüht.

(Text: Martin Böcker, Foto: Dirk Buss)

 

Kommentare

avatar Sascha Gorbunoff
+1
 
 
Ein Beitrag mit etwas zu viel Meinung! Alles prima? Super offene Bundeswehr? Wer als Journalist mit einer überregionalen Verbreitung über die Bundeswehr berichten will, der muss sich nach den politischen Vorgaben an den Zentralen Pressestab in Berlin richten. Das ist nicht eben immer als offene Pressearbeit oder mit dem Wort Transparenz zu bezeichnen. Die Internet-Auftri tte der Bundeswehr sind extrem schlecht verlinkt und für einen Nicht-Bundesweh r-Angehörigen sind die Suchfunktionen (die nicht alle Seiten einschließen) entnervend.
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