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Gesellschaft / Brennpunkte 14.07.09

Das Kopfzerbrechen aus dem All

Text: Katrin Kircheis

tt_back_viewWas hat es auf sich mit unserem Universum?
Unendliche Weiten. Fremde Planeten und Ewigkeiten entfernte Sonnensysteme. Gibt es anderes Leben im All? Werden wir gar beobachtet und ausgeforscht? Ist die Erde und die Menschheit nur ein Experiment einer höheren, intelligenteren Spezies?


Der Weltraum ist der am wenigsten erforschte uns bekannte Bereich. Deshalb macht er vielen Angst und wird oft für Science Fiction Visionen verfilmt. Star Trek und Star Gate sind die bekanntesten davon. Wäre es nicht schön, wenn es - bedingt durch den aufkommenden Weltraumtourismus - einen Reiseführer durchs All geben würde? So wie in Douglas Adams Buch „The Hitchhiker´s Guide to the Galaxy" („Per Anhalter durch die Galaxis"), in dem der junge Held von einem außerirdischen Freund per Anhalter auf das Raumschiff des Weltraumpräsidenten gelangt, weil der die Erde für eine Durchfahrtsstraße zerstören ließ. Sein Freund ist der Autor des Weltraumreiseführers „Per Anhalter durch die Galaxis". Dieses Duo landet nun an den verschiedensten Orten und lernt die Kreaturen des Alls kennen. Sie gelangen zur Baustelle für Planeten und sehen, wie eine neue, fast identische Erde entsteht.

Allgemeines
Doch so einfach ist die Realität nicht. Das Universum (lat. universus - „in eins gekehrt") bereitet Sternebeobachtern und Physikern schon seit Jahrtausenden Kopfzerbrechen. Es stellt schließlich die Gesamtheit aller Dinge dar. Das lässt sich nicht so einfach in eine Formel packen. Die alten Griechen nannten das All „Kosmos", was so viel heißt wie „Weltordnung" und immer das Gegenstück zum Chaos bedeutete.
Der Weltraum beginnt circa achtzig bis hundert Kilometer über unserem Erdboden. Die bekanntesten Theorien, die sich mit dem Universum beschäftigen, sind Albert Einsteins allgemeine Relativitätstheorie und die Quantenphysik. In Einsteins Theorie geht es um die Wechselwirkungen zwischen Materie sowie die zwischen Raum und Zeit. Das einmal in Verbindung gebracht mit der Quantenphysik, könnte uns viele Fragen beantworten.
Neben einem flachen, unendlichen Universum wurden bisher viele andere Formen vorgeschlagen, allein die Entstehung durch den Urknall sollte eine Kugelform vermuten lassen. Interessant ist, dass, würde laut gegenwärtigem Standardmodell, das All wirklich ein unendliches Raumzeitvolumen besitzen, in verschiedenen - zwar riesigen - Abständen Zwillingswelten existieren müssten.

Entstehung
Zumindest über die Entstehung des Universums sind sich Experten mittlerweile größtenteils einig: Die Urknalltheorie (engl. Big Bang) hat sich durchgesetzt. Die Theorie besagt, dass der Weltraum aus einem bestimmten Moment, dem Urknall, hervorgeht und sich seitdem ausdehnt. Allerdings bleibt bei dieser Theorie offen, was vor dem Urknall war und wodurch er eigentlich verursacht wurde. Denn Zeit, Raum und Materie sind gemäß der Theorie erst mit dem Urknall entstanden. Somit bestand für den Knall weder ein Raum, in dem er stattfinden konnte, noch eine Zeit, in der er passierte. Die Urknalltheorie macht also nicht einmal Angaben über die Sache an sich sondern beginnt erst Sekundenbruchteile später. Dank neuester Technik lässt sich das Alter des Universums durch Präzisionsmessungen der US-Raumsonde WMAP auf circa 13,7 Milliarden Jahre schätzen. Es wäre damit dreimal so alt wie unsere Erde.

Wichtige Begriffe und Bestandteile
Immer wieder gibt es Versuche von Wissenschaftler, kleine Universen nachzumachen um deren Entstehung und Beschaffung nachvollziehen zu können. In bisherigen Modellen konnte herausgefunden werden, dass das All aus zweiundsiebzig Prozent Dunkler Energie besteht, 23 Prozent Dunkler Materie und nur fünf Prozent sichtbarer Materie. Materie besteht aus elementaren Teilchen - alle stofflichen Körper also. Im Gegensatz dazu muss es im Weltall auch Antimaterie gegeben haben und Forscher sind sich sicher, dass diese wesentlich zum Urknall beitrug. Auch auf der Erde existiert, im Gegensatz zur in Dan Browns Buch „Illuminati" beschriebenen größeren Menge, eine winzige Menge Antimaterie.
In der Genfer Teilchenfabrik CERN hilft diese Antimaterie in Experimenten, den Zustand des Weltalls während des Urknalls zu simulieren und die Frage nach der Entstehung der Materie und der Menschen zu beantworten. Eine größere Menge herzustellen würde einige Millionen Jahre dauern und ist zudem gefährlich weil die freigesetzte Energie um ein Vielfaches stärker und zerstörerischer wäre als eine Atombombe. Allerdings könnte man diese unvergleichlich reiche Quelle an Energie auch für andere Zwecke nutzen. Selbst für die Medizin würde Antimaterie den Durchbruch bedeuten, sie frisst nämlich Krebszellen. Energie ist auch im Universum eine physikalische Größe, die eine zentrale Rolle spielt und für jegliche Bewegungsvorgänge von Nöten ist. Die Definition der Dunklen Energie hingegen ist noch weitgehend ungeklärt.

Angefangen mit einem simplen Knall und kleinsten Teilchen entstanden in Jahrmillionen für das menschliche Fassungsvermögen unvorstellbar gigantische Gebilde, die sich selbst zerstören und von Schwarzen Löchern geschluckt werden. Aus einer einzigen Zelle entstand Leben auf der Erde. Es ist unmöglich, dass es kein weiteres Leben im Universum gibt. Ob wir jemals damit in Kontakt treten, bleibt allerdings fraglich. Eine Reise zu einer Lichtjahre entfernten Galaxie ist (derzeit) für den menschlichen Körper sowieso unmöglich zu bewältigen. Oder vielleicht sind wir doch nur Teil eines Experiments einer Spezies eines noch unendlicheren Universums, die ihrerseits versucht herauszufinden, wie denn nun das „Große Ganze" entstanden ist.


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(Text Katrin Kircheis)

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