back view Schrift

Gesellschaft / Zeitgeschichte 14.07.09

"One small step for a man"

Text: Katrin Kircheis

tt_back_viewEin Blick auf die erste Mondlandung der Menschheit
"Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer Sprung für die Menschheit". Diese Worte gehören zu den bedeutendsten Worten, die ein Mensch je gesagt hat. Sie stammen vom "ersten Mann auf dem Mond", Neil Armstrong. Doch war er überhaupt der erste? Wie konnte er dann beim Ausstieg gefilmt werden?


Am 21. Juli 1969 fand die erste bemannte Mondlandung der NASA (National Aeronautics and Space Administration, gegründet 1958) mit der Apollo-Mission 11 statt. Hunderte Millionen Menschen weltweit verfolgten sie im Fernsehen. Michael Collins, einer der Besatzungsmitglieder, beschrieb sie als "Triumph, der die Menschheit zumindest kurzfristig verband".

Vorbereitung und Wettlauf
Der Mond ist mit rund 400 000 Kilometern Entfernung der am nächsten gelegene Himmelskörper zur Erde. 1961 gab der damalige US-Präsident das Ziel vor, bis Ende des Jahrzehnts Menschen auf den Mond zu bringen und sie unbeschadet wieder zurück zu holen. Alles natürlich, um im vom Kalten Krieg geprägten Weltraumrennen gegen die führende Sowjetunion zu gewinnen. Acht Jahre später machte die Apollo-Mission 11 diesen Traum möglich. Die Astronauten Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins stellten die Besatzung für den ersten bemannten Flug zum Mond. Armstrong als Kommandant, Aldrin als Pilot und Collin als Pilot der Kommandokapsel. Alle drei wurden durch mehr oder weniger große Zufälle und traurige Todesfälle von Kollegen dazu auserwählt.

Michael Collins wurde 1930 in Rom geboren und kam 1963 zur NASA. Während er auf einer Umlaufbahn den Mond umkreiste,
kapselten sich Armstrong und Aldrin vom Mutterschiff ab und flogen Richtung Mondoberfläche. Edwin Eugene "Buzz" Aldrin, Jr. kam 1930 in New Jersey als Sohn eines Armeefliegers, der im Zweiten Weltkrieg kämpfte, auf die Welt. Er besuchte die Militärakademie, ging zur US Air Force und flog wie Armstrong im Koreakrieg. Nach seiner Rückkehr aus Korea begann er ein Studium der Raumfahrttechnik und kam genau wie Collins 1963 zur NASA. 1966 folgte der erste Raumflug, bei dem er einen Weltraumspaziergang machte. 1971 verließ er die NASA. Heute besitzt er eine Firma für die Herstellung kostengünstiger Raumfahrtsysteme und betreibt eine gemeinnützige Stiftung, die den Weltraumtourismus fördern will. Neil Alden Armstrong, 1930 in Ohio geboren, absolvierte schon mit 16 Jahren seine Pilotenlizenz. Er begann ein Studium als Flugzeugingenieur und ließ sich zum Kampfpiloten ausbilden. 1962 kam er in die zweite Astronautengruppe der NASA. Während eines Trainings für die Mondlandung 1968 entkam er beim Absturz eines Mondlandungstrainingsgeräts nur knapp dem Tod. Zwei Jahre nach der Mondlandung schied auch er aus der NASA aus und wurde durch die Gründung eigener Firmen zum Millionär.

Landung und Sieg
Trotz eines schweren Computerfehlers landeten die drei die Mondfähre "Eagle" sicher auf dem Mond. Sechs Stunden nach der Landung betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Knapp zwanzig Minuten später folgte ihm sein Pilot Buzz Aldrin. Im grellen Sonnenlicht hissten sie die amerikanische Flagge und demonstrierten somit den Sieg im Wettlauf gegen die Russen. Sie sahen auch vom Mond aus die Sterne und nahmen sich, trotz begrenzter Zeit, Mondsteine mit. Die Frage, wer denn nun den ersten Mann auf dem Mond gefilmt hat, ist gar nicht so schwer zu beantworten. Neil Armstrong hat einfach Aldrin, den zweiten Mann auf dem Mond, fotografiert. Da es angeblich keine guten Bilder von Armstrong gab, wurde das Ganze später einfach umgetitelt. Die meisten Bilder in Büchern und Dokumentationen zeigen also nicht den ersten sondern den zweiten Mann auf dem Mond. Auch wurde erst im Frühjahr des Mondlandungsjahres entschieden, dass der Kommandant der Raumfähre, in diesem Falle Neil Armstrong, als erster den Mond betreten sollte. Noch 1966 meinte er dazu: "Wer dieser Mensch ist, entscheidet eine Art glücklicher Umstand." Aldrin hat es lange Zeit nicht verwunden, nur Zweiter gewesen zu sein, zollte Armstrong aber immer größten Respekt.

Wissenschaftlicher Nutzen und Marslandung
Die Reise ins All war riskant, lebensgefährlich und stellt zudem eine große kulturelle Bedeutung und Bereicherung dar. Von 1969 bis 1972 waren insgesamt zwölf US-Amerikaner auf dem Mond, nach ihnen allerdings niemand mehr. Edgar Mitchell, Apollo 14, etwa meinte, dass der Rückflug zur Erde das Schönste war. Charles Duke, Apollo 16 verbrachte rund siebzig Stunden auf dem Mond und sprach von Gefühlen der Ehrfurcht beim Anblick der unberührten Wüste. Eugene Cernan war 1972 mit Apollo 17 der letzte Mann auf dem Mond. Alle Apollo-Missionen hatten für die NASA einen wissenschaftlichen Nutzen, die Botschaft vieler Astronauten war gleich: "Wir haben sehr viel über den Mond gelernt, aber viel mehr noch über die Erde."
Armstrong und Aldrin halten heute eine bemannte Reise zum Mars und sogar ein dauerhaftes Leben dort für möglich. Aldrin glaubt sicher an fremdes Leben im All und daran, mit den Fremden irgendwann kommunizieren zu können. Die Menschheit stünde erst am Anfang der Entwicklung und habe noch viel vor sich, erzählt der zweite Mann auf dem Mond.

Vielleicht können wir in wenigen Jahrzehnten schon vom Jubiläum der ersten Marslandung berichten. Der nächste bemannte Flug zum Mond ist übrigens für 2018 geplant. Vielleicht sind diesmal ja auch Journalisten an Bord zugelassen.


tt_back_view... weitere Artikel zum Titelthema: "40 Jahre Mondlandung"
ABC unseres Sonnensystems
Hintergründe zu unserem Universum
Was ist dran an den Verschwöhrungstheorien
Portrait über den ersten Deutschen im All: Sigmund Jähn
Umfrage


(Text: Katrin Kircheis)

Kommentare

B
i
u
Quote
Code
List
List item
URL
Name *
E-Mail (für Bestätigungen & Antworten)
URL
Code   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Kommentar abschicken
bleibt in kontakt mit back view

google-logo-plus-0fbe8f0119f4a902429a5991af5db563
meinvztwitter_

Titelthema Archiv

16. Mai 2012
noch offen
02. Mai 2012
18. April 2012
04. April 2012
21. März 2012
07. März 2012
22. Februar 2012
08. Februar 2012
25. Januar 2012
11. Januar2012
28. Dezember 2011
14. Dezember 2011
Das Jahr 2011
30. November 2011
16. November 2011
02. November 2011
Tag des Mannes
19. Oktober 2011
05. Oktober 2011
21. September 2011
07. September 2011
24. August 2011
10. August 2011
27. Juli 2011
13. Juli 2011
29. Juni 2011
15. Juni 2011
01. Juni 2011
18. Mai 2011

04. Mai 2011
Olympia 2018 in München

20. April 2011
Soziales Netzwerken

06. April 2011
Studierende und ihre Probleme

23. März 2011
Deutschland im Wahlfieber

09. März 2011
Müll dieser Welt

23. Februar 2011
Wir lieben, was ihr hasst!

09. Februar 2011
Arabische Welt in Aufruhr

26. Januar 2011
Hungersnot

12. Januar 2011
Die reformierte Bundeswehr

29. Dezember 2010
Jahresrückblick

15. Dezember 2010
Weihnachtsspecial

01. Dezember 2010
Sinn des Lebens

17. November 2010
Castortransporte

03. November 2010
Generation Praktikum

20. Oktober 2010
Stigmata der Jugend

06. Oktober 2010
Aufbruch ins Studium

22. September 2010
9 / 11

08. September 2010
200 Jahre Oktoberfest

25. August 2010
Armut

11. August 2010
Geschlechterrollen

28. Juli 2010
Dinge

14. Juli 2010
Rauchen

30. Juni 2010
Freizeitpark-Test

16. Juni 2010
Bundespräsidentenwahl

02. Juni 2010
Fußball-WM in Südafrika

19. Mai 2010
Raum & Identität

05. Mai 2010
Russland

21. April 2010
Organisierte Kriminalität

07. April 2010
Wandel des Klimas

24. März 2010
Krise unterm Kreuz?

10. März 2010
Liebe 2.0

24. Februar 2010
Junge Verlage

10. Februar 2010
Olympia in Vancouver

27. Januar 2010
Kinder dieser Welt

13. Januar 2010
Geheimbünde

30. Dezember 2009
Jahresrückblick

06. November 2009
Weihnachtsspecial

02. Dezember 2009
Über das Altwerden

08. November 2009
Krieg

04. November 2009
20 Jahre Mauerfall

21. Oktober 2009
Atomenergie

07. Oktober 2009
Mythos oder Wahrheit?

23. September 2009
Bundestagswahl 2009

09. September 2009
Fälschungen

26. August 2009
Soziales Deutschland?

12. August 2009
Stars von morgen

29. Juli 2009
Sieht so unsere Zukunft aus?

15. Juli 2009
40 Jahre Mondlandung

01. Juli 2009
Endstation Bildung

17. Juni 2009
Sexualität

03. Juni 2009
Europawahl

20. Mai 2009
60 Jahre Bundesrepublik

06. Mai 2009
Kindersoldaten

22. April 2009
Umweltverschmutzung

08. April 2009
Nichtregierungsorganisationen

25. März 2009
Ureinwohner dieser Welt

11. März 2009
Die Weltwunder

18. Februar 2009
Fastnacht

04. Februar 2009
Die Deutsche Bundeswehr

21. Januar 2009
Das Afrika der Gegenwart

31. Dezember 2008
Der große Jahresrückblick

17. Dezember 2008
Weihnachten in ...

03. Dezember 2008
AIDS

19. November 2008
Psychische Volkskrankheiten

05. November 2008
Präsidentschaftswahl USA

22. Oktober 2008
Politischer Extremismus

08. Oktober 2008
Jugend am Abgrund

24. September 2008
Social Networking

10. September 2008
Krisenregionen

27. August 2008
Organspende

13. August 2008
Erneuerbare Energien

30. Juli 2008
Olympia in Peking

16. Juli 2008
Die Pressefreiheit

02. Juli 2008
Der Tod

18. Juni 2008
Bachelor vs. Diplom

04. Juni 2008
Fußball-EM

21. Mai 2008
Homosexualität

07. Mai 2008
Folgen des NS-Regimes

23. April 2008
WWW wird 15

09. April 2008
Tibet

26. März 2008
Obdachlosigkeit

12. März 2008
US-Vorwahlen

27. Februar 2008
Unser Gehirn

13. Februar 2008
Die Sekte

15. Januar 2008
68er... und dann?

© 2007-2012 back view