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Gesellschaft / Meinungen 21.01.09

"Die sind da alle arm"

Text: Anna Franz

Umfrage: Woran denkt ihr beim Stichwort „Afrika"?
Knallrote Sonnenuntergänge, die Sandwüste Sahara, Trommeln, Gesang und bunte Kleider - aber auch Kriminalität, Bandenkriege, fruchtlose UN-Einsätze. Die Assoziationen zu Afrika sind vielschichtig. Back view hat Studenten und Azubis nach ihren persönlichen Gedanken über diesen Kontinent gefragt.
 
ronny_und_johannaRonny, studiert Informatik im 3. Semester in Berlin, sieht die Probleme in Afrika:
„Bei Afrika muss ich immer an Hunger denken, weil es den Leuten so schlecht geht. Und an AIDS, weil es die Krankheit da unten so viel häufiger gibt als bei uns. Die medizinische Versorgung ist einfach nicht ausreichend und die Leute verdienen viel zu wenig Geld, um sich vernünftige Medikamente kaufen zu können. Aber ich denke auch an schöne Sonnenuntergänge und Urlaub. Hm, eigentlich schade, dass einem zuerst die schlechten Sachen einfallen, wenn man an Afrika denkt."

Johanna, Azubi zur Industriekauffrau in Niedernberg, hat ihre eigene negative Erfahrung gemacht:
„In der Firma, wo ich die Ausbildung mache, haben wir mal Päckchen gepackt und nach Afrika geschickt. Das war so eine administrative Katastrophe! In den Päckchen waren Bleistifte, Blöcke, Spitzer und Schuluniformen. Die Kinder dürfen ohne Schuluniform ja nicht in die Schule gehen. Am Zoll sind die Päckchen dann aber aufgehalten worden. Anstatt die Päckchen in den Dörfern zu verteilen, wie es geplant war, sollten die Leute sich ihr Päckchen am Zoll abholen. Das hat natürlich nicht funktioniert! Manche hätten mehrere hundert Kilometer fahren müssen. Das war viel zu viel Aufwand! So ist unsere schöne Aktion im Sand verlaufen."

Sarah, Azubi zur Altenpflegerin in Karlstadt, würde gern mal in Afrika Urlaub machen:
„Ich würde gern mal nach Afrika fahren, weil ich eine Freundin habe, die daher kommt. Manche finden, dass sie eine komische Mentalität hat, aber ich mag ihre Lebensweise. Bei ihr fühle ich mich immer wohl. Sie hat mich sogar schon nach Afrika eingeladen, damit ich ihre Familie kennen lerne. Das will ich auch unbedingt mal machen. Außerdem tragen die Frauen immer so schönen Schmuck."

Sonja, Wirtschaft und Recht im 4. Semester in Aschaffenburg, ist fußballbegeistert:
„Bei Afrika denke ich an die WM, die dort nächstes Jahr stattfindet. Ich bin mal gespannt, wie das funktioniert. Ich glaube nicht, dass sich Südafrika gut genug auf so ein Großereignis vorbereitet. Es gibt bestimmt die ein oder andere organisatorische Panne. Ich werde sicher nicht wegen der WM dahin fliegen. Freunde haben mir zwar schon erzählt, wie toll es in Afrika sein soll, aber mir ist die Kriminalität zu hoch. Es ist einfach gefährlich, da Urlaub zu machen: Manchmal wird man sogar aus dem fahrenden Auto beklaut! Ich glaube auch, dass die Kriminellen gut Beute machen werden, wenn nächstes Jahr die ganzen Fußball-Touristen einfallen."

alexandraAlexandra, studiert im 1. Jahr Touristik in Rouen, Frankreich, hat zwei Jahre in Afrika (Djibouti) gelebt:
„Bei dem Wort „Afrika" denke ich zuerst an Hitze und Wüste. Ich habe zwei Jahre in Djibouti gelebt, mein Vater war dort beim Militär. Ich war noch sehr klein, deshalb kann ich mich nicht an sehr viel erinnern. Aber dort war es sehr heiß und trocken. In Djibouti waren die Leute fatalistisch, sie haben sich oft mit dem zufrieden gegeben, was sie gerade in dem Moment hatten, und nicht viel vorausgedacht. Man könnte das etwa mit dem Motto „Morgen ist ein anderer Tag" ausdrücken. Aber sie waren immer sehr freundlich zu uns und haben uns sehr nett empfangen. Wir haben ihre Verhaltensweisen und Bräuche auch immer respektiert. Besonders gern erinnere ich mich an die langen Wüstenfahrten im Geländewagen, an Wochenenden, die wir auf dem Boot bei den Mushas-Inseln im Golf von Goubet verbracht haben und das Essen, das unsere „naya" gekocht hat (eine „naya" ist so etwas wie eine Tagesmutter). Aber mein intensivstes Erlebnis war das eine Mal, als es eine sehr starke Überschwemmung gab. Die ganze Stadt stand unter Wasser! Dabei steht sie eigentlich in einem der trockensten Gebiete der Erde!"


Les réponses d'Alexandra en Français :
Ton prénom: Alexandra
Tu fais des études en quoi? Je suis étudiante en Tourisme
Où? En France, à Rouen
Dans quel semestre? En première année
Qu'est-ce qui tu vient à l'esprit quand tu entend le mot "l'Afrique » ? Chaleur, désert
Quels sont les différences entre l'Afrique et la France ? J'étais assez peu confrontée au systèmes administratifs locaux car mon père était militaire... A Djibouti, les gens étaient très fatalistes, ils se contentaient de ce qu'ils avaient sans vraiment voir à long terme ("Demain est un autre jour" peut être leur devise) Mais ils nous ont toujours très bien accueillis et on a toujours respecté leurs coutumes.
Où as-tu habité exactement? A Djibouti, ville
Pour combien de temps? J'y ai vécu deux ans
Qu'est-ce qui t'as plu là-bas? Les raids en 4x4 dans le désert, les week-end en bateau aux îles Mushas dans le golfe du Goubet, la cuisine que faisait notre "naya" Fatouma (notre nounou)
Qu'est-ce que tu préfères en France? J'étais trop petite à l'époque pour comparer la France et l'Afrique, et la vie est tellement differente que je crois pas que ce soit possible
Ton souvenir le plus intensif de ton séjour en Afrique? Mon souvenir le plus marquant est la fois ou il y'a eu une innondation tellement forte que toute la ville était sous les eaux alors que c'est l'un des endroits les plus sec de toute la Terre!


(Autorin und Fotos: Anna Franz)

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