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Gesellschaft / Zeitgeschichte 11.03.09

Sieben Weltwunder der Neuzeit (II)

Text: Martin Busch

Die neuen 7 Weltwunder Teil II
Am 07. Juli 2007 wurden in Lissabon die sieben neuen Weltwunder vorgestellt.  Vorher konnte fast ein Jahr lang über das Internet, per SMS oder Telefon über eine Vorauswahl von 21 Kandidaten abgestimmt werden. Im zweiten Teil werden Machu Picchu, Petra und der Taj Mahal vorgestellt.
 
mp_georg_bv_Machu Picchu - der alte Berg

75 km nordwestlich der Stadt Cusco im Urubambatal in Peru liegt in 2.350 m Höhe die antike Felsenstadt Machu Picchu. Sie ist Basis der Inka gewesen, um weitere Teile des Kontinents (Peru, Bolivien, Chile) zu erobern. Der Theorie nach wurde die Stadt um 1450 vom damaligen Herrscher Pachacùtec Yupanqui erbaut. Dieser Herrscher schuf die Voraussetzungen für die Ausdehnung des mächtigen Inkareiches.

In vielen Quellen existiert die Jahreszahl 1911 als Zeitpunkt der Entdeckung der Felsenstadt. Jedoch gab es schon vorher verschiedenste Erwähnungen in Dokumenten. Vermessungsingenieure trugen bereits 1865 die Stadt in ihre Landkarten ein, und schon dort war von Machu Picchu die Rede. Der Franzose Nicolas Wiener kämpfte sich bis kurz vor die Felsenstadt vor, scheiterte aber kurz vorher an einem Erdrutsch. Das einzig bekannte Dokument ist eine Urkunde aus dem Jahre 1782. Aus dem Dokument wurde ersichtlich, dass das Land für 450 Pesos verkauft wurde, und Machu Picchu hieß. Mehrere Expeditionen zur Felsenstadt scheiterten und so kam es, dass erst 1911 der Durchbruch zur Stadt gelang. Hiram Bingham von der Universität Yale entdeckte in diesem Jahr zufällig die alte Stadt die völlig überwuchert war. In den folgenden zwei Jahren begann Bingham damit die Stadt freizulegen.

Die Felsenstadt bestand aus 216 Gebäuden die jeweils durch ein Treppensystem miteinander verbunden waren. Ein Großteil davon (ca. 3.000 Stufen) sind bis heute noch erhalten. Auch Außenmauern von zum Teil mehrstöckigen Gebäuden stehen noch. Auch bei Machu Picchu gibt es wieder mehrere Theorien über die Funktion und Nutzung der Stadt. Da man auf der Anlage mehr als 50 Gräber mit etwa 100 Skeletten gefunden hat, geht man davon aus, dass sie als Zuchtstätte der Inkas genutzt wurde. Allerdings lässt sich diese Theorie nicht beweisen. Vielmehr geht man heute davon aus, dass die Inkastadt zu den Zeiten der Eroberung durch die Spanier noch im Bau war, und die Inkas
die Stadt aufgaben, und sie deswegen in Vergessenheit geriet. Zur Blütezeit soll die Stadt etwa 1.000 Einwohnern Platz gegeben haben. Aber der ursprüngliche Name der Stadt ist nicht bekannt. Man leitet ihn heute vom nahe gelegenen Berggipfel ab, der Machu Picchu („alter Gipfel") heißt. Die Terrassen, die für landwirtschaftliche Zwecke genutzt wurden, liegen am Fuße eben dieses Berges.
Heute ist Machu Picchu eines der beliebtesten Touristenziele in Südamerika. Täglich besuchen mehr als 2.000 Menschen die Inkastadt. Man kann auf verschiedenen Wegen nach Machu Picchu kommen. Zum einen fährt eine Eisenbahn an den Fuß des Berges und man kann von dort mit Bussen bis an die Stadt heranfahren. Oder auch ab dem Bahnhof zu Fuß die Serpentinen hinaufgehen. Allerdings gibt es auch mehrtägige Touren, wo man auf den Spuren der Inkas wandeln kann.
Machu Picchu wurde 1983 von der UNESCO in die Liste der Weltkulturerben aufgenommen und 2007 als eines der Weltwunder der Neuzeit gewählt. Allerdings fordert die UNESCO, dass die Besucherzahl auf täglich 800 reduziert wird, damit diese Anlage nicht gefährdet wird. Ebenfalls ist sie gegen den Bau einer Seilbahn zum Machu Picchu. Das würde die Besucherzahlen nochmals ansteigen lassen, und der Erdrutschgefahr erhöhen. In den letzten Jahren wurde das Gelände von zwei Erdrutschen gefährdet, bei der elf Menschen ihr Leben lassen mussten, und die Bahnstrecke teilweise komplett lahmlegte.

Eine Besonderheit ist, dass der Berg, wenn er im richtigen Winkel betrachtet wird, die Form eines Indianerkopfes hat, was unter anderem ein Grund für Inkas gewesen sein könnte diesen Standort für ihre Stadt zu wählen.


petra_carsten_raum_bvPetra - eine Stadt in den Fels gehauen
Petra ist eine verlassene Felsenstadt im heutigen Jordanien, und war damals die Hauptstadt des Reiches der Nabatäer. Sie liegt östlich der Aravasenke, in der Mitte zwischen dem Golf von Akaba und dem Toten Meer. Dank dieser günstigen Lage, einem Knotenpunkt damaliger Karawanenwege, war sie eine der wichtigsten Handelsstädte. Ein weiterer Vorteil lag daran, dass die Stadt sehr versteckt zwischen 2 Felsschluchten liegt, und der Zugang nur über einen Gebirgspfad, den Siq (zu dt.: Schacht) möglich.
Die Stadt hatte eine eigene Trinkwasserversorgung. Über oberirdische Rinnen floß Brauchwasser ab und über abgedeckte Tonrinnen kam Frischwasser in die Stadt. Gespeist wurden diese aus einem Gebirgsbach im Tal Wadi Musa (Mosestal). Das gesamt Gebiet rund um Petra hatte diesen Namen. Laut Legende hat Moses beim Auzug des Volkes Israel aus Ägypten mit einem Schlag seines Stockes Trinkwasser aus den Steinen sprudeln lassen. Tatsache ist jedoch, dass die Nabatäer große Kenntnisse über Wasserwirtschaft haben mussten, und das dies als Voraussetzung für das Wachsen und Gedeihen der Stadt war.

Die sichere Lage diente Karawanen - meist mit Luxusgütern beladen - als Station zur ast. Die Nabatäer machten sich das zu Nutze und verlangten Zölle, und handelten mit den Waren zwischen. Petra lag außerdem an der sogenannten Weihrauchstraße. Das Harz des Weihrauchbaumes galt damals als kostbare und religiöse Opfergabe und wurde als Medizin benutzt.
Wie sollte es auch anders sein. Wie die Stadt zur Zeit der Nabatäer geheissen hat ist nicht eindeutig nachgewiesen. Die Antiquitates Judaicae von Flavius Josephus, schrieb von einem Namen der Reqem, Reqmu oder Rakmu lautete. Das heisst soviel wie „die Rote", die „Bunte", und könnte ein Hinweis auf die rötliche Färbung des Sandsteins gewesen sein. Im Alten Testament ist die Rede von Sela (dt.: „Fels" oder „Stein") nahe Edoms.
Jedoch ist auch da nicht genau bewiesen, dass es dich dabei um Petra handelte. Da die Nabatäer nur wenige Inschriften zur Geschichte hinterließen, ist es schwer die Geschichte der Nabatäer nachzuvollziehen. Lediglich aus biblischen, römischen und griechischen Schriften lässt sie sich etwas navollziehen. Das Gebiet Petras war schon lange vor den Nabatäern besiedelt. Das reicht bis in die Altsteinzeit zurück. In der Jungsteinzeit (etwa ab 9000 v. Chr.) war es sigar dauerhaft besiedelt. Die Bibel spricht von den Völkern der Eromitern und Horitern.Etwa um 500 v. Chr. gelang es den Nabatäern die Eromiter erfolgreich zu vertreiben, und begannen die Kontrolle der Handelswege, die am
Knotenpunkt Petra zusammen liefen.

Anfangs nur in in Zelten wohnend, kamen die Nabatäer durch die Handelswege zu einem großen Reichtum, und wurde interessant erobert zu werden. Im Jahre 312 v. Chr. entgingen sie nur Dank ihrer sicheren Lage der Eroberung, und die eigentliche Blütezeit begann erst in dieser Zeit. Richtig feste Bauten kamen erst im 3. Jhrd. v. Chr., und eine stabile Herrschaft bildete sich heraus. König Aretas I. war der erste erwähnte Vertreter der Nabatäer. Ihm und seinen Nachfolgern gelang es das Reich stetig auszubauen, und erreichte seinen Höhepunkt unter der Herrschaft Aretas III., welcher Damaskus eroberte und sich in mehrere Machtkämpfe einmischte und schließlich auch Jerusalem besetzte.
Allerdings kam Rom zu Hilfe und besiegte Aretas III. und es kam zu einem Vergleich, der die Nabatäer von Rom abhängig machten. Im Inneren jedoch blieb das Reich autonom und konnte das noch etwa 200 Jahre lang sein. Man geht davon aus, dass in Petra in dieser ca. 30000 - 40000 Einwohner lebten.
Der Niedergang Petras geht auf dessen Herrscher Malchius I. zurück. Er legte sich mit den Römern an und diese reagierten mit neuen Seewegen und Karawanenwegen um Petra herum, sodass nur noch wenige Karawanen durch Petra zogen. Im Jahr 106 n. Chr. wurde das Reich endgültig besiegt und in wurde als Arabia Petraea mit der Hauptstadt Bosra ins römische Reich eingegliedert.

Petra zählt heute zu einem der wichtigsten Touristenattraktionen im Nahen Osten. In den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts begann man mit der Erschließung Petras für den Tourismus. Da sich im Laufe der Zeit ein Stamm namens B'doul dort angesiedelt hatte, wurden diese 1965 zwangsweise in umliegende Dörfer ausgesiedelt. Jedoch leben sie noch heute vom Tourismus. Als Fremdenführer oder Souvenirverkäufer. Im Zuge der schwierigen politischen Situation in Israel und infolge der Anschläge vom 11.September 2001 gingen die Besucherzahlen drastisch zurück, obwohl Jordanien als sicheres Reiseland gilt. Erst mir der Wahl 2007 zu einem der neuen sieben Weltwunder, stieg der Besucherandrang wieder. Bekannt ist Petra unter anderem auch durch den Film „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug", bei dem 1989 einige Szenen hier gedreht wurden.


taj_mahal_doozi_bvDer Taj Mahal - Weltwunder aus tausend und einer Nacht
Der Taj Mahal ist das architektonisch schönste muslimische Bauwerk in Indien und zählt zu den sieben Weltwundern der Neuzeit. Das Mausoleum (Grabmoschee) wurde in Agra im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh errichtet. Grundstein des Taj Mahal bildet eine 100 x 100 m große Marmorplattform auf dem das Mausoleum gebaut wurde. Rund um das Gebäude gibt es einen 18 Hektar großen Garten, in dessen Zentrum sich ein großes Wasserbecken befindet. Die zentrale Kuppel misst eine 57 m, was einmal mehr die große Dimension des Taj Mahal bestätigt.

Wie das Mausoleum damals genau hieß, weiss man heute nicht genau. Übersetzt heisst Taj Mahal „Kronenpalast" oder „Krone des Ortes, und stammt aus dem Persischen. Er war ein Geschenk des Großmoguls Shah Jahan an seine Hauptfrau Prinzessin Mumtaz Mahal, was den Namen erklären würde. Die Prinzessin starb im Alter von 39 Jahren bei der Geburt ihres 14. Kindes. Da sie einen großen politischen und architektonischen Einfluss auf den Mogul hatte, rang sie ihm auf dem Totenbett das Versprechen ab, ein noch nie da gewesenes Grabmal zu ihren Ehren zu errichten. Der Mogul löste sein Versprechen ein und begann noch im Jahr des Todes seiner Frau 1631 mit dem Bau des Tempels. Wann der Tempel fertiggestellt worden ist, ist nicht genau bekannt. Aber man vermutet dass die Fertigstellung um 1645 erfolgte. Im Jahr 2004 wurde das offizielle 350-jährige Jubiläum am Taj Mahal begangen. Angeblich hätte die indische Regierung Dokumente gefunden die dieses Jubiläum rechtfertigen würden. Herausgeben wollte man diese Dokumente jedoch nicht, so dass die Kritik laut wurde, dass das angebliche Jubiläum nur zum Ankurbeln des Tourismus stattgefunden habe.
Da beim Bau verschiedene Architekten mitarbeiteten, verbindet der Taj Mahal verschiedene Baustile miteinander. Es waren insgesamt 20.000 Handwerker aus dem zentral- und südasiatischen Raum nötig um den Prachtbau zu errichten. Als Haupttransportmittel wurden etwa 1.000 Elefanten genutzt, die die Baumaterialien nach Agra an den Fluß Jamuna gebracht haben.

Nahezu jede Fläche im Taj Mahal wurde in irgendeiner Art und Weise verziert. 28 verschiedene Sorten Edelsteine, unter anderem Jade, Lapis Lazuli, Saphire aber auch Diamanten, sind verwendet worden. Der Taj Mahal ist rundherum von einer Mauer umgeben und als weitere Gebäude befinden sich ein Gästehaus und das Eingangsgebäude auf dem Gelände. Der in Stein gefasste See lässt den weissen Marmor im Sonnenlicht widerspiegeln. Rund um das Bauwerk stehen vier Minarette, die die Besonderheit haben, dass sie etwas geneigt sind, damit sie im Falle eines Erdbebens nicht auf das Gebäude stürzen. Wie ein Traum aus tausend und einer Nacht.

Wie bei jedem Weltwunder ranken sich viele Legenden um den Taj Mahal. Beispielsweise soll noch ein zweites Bauwerk aus schwarzem Marmor auf der gegenüber liegenden Seite des Flusses geplant gewesen sein, was das Grabmal des Shah Janans selbst werden sollte. Jedoch sind die archäologioschen Ausgrabungen noch nicht fertiggestellt. Der Mogul wurde neben seiner Frau begraben, allerdings so, dass die Symmetrie des Tempels gestört ist. Dies könnte ein Beleg dafür sein, dass es kein eigenes Mausoleum für den Mogul gegeben hat.
Einer weiteren Legende zufolge, planten britische Kolonialherren im 19. Jahrhundert das damals stark vernachlässigte Gebäude Stück für Stück auf Auktionen in England zu verkaufen. Aber wie üblich gibt es dazu auch keinerlei Beweise. Biographen zufolge entstammt diese Legende daher, dass lediglich versucht wurde Teile des roten Eingangsgebäudes möglichst gewinnbringend zu verkaufen.

2007 wurde der Taj Mahal zu einem der neuen sieben Weltwunder gewählt, und bereits seit 1983 gehört er zum UNESCO-Weltkulturerbe, und gilt wegen seiner grandiosen Architektur und seiner harmonischen Proportionen zu den schönsten Bauwerken der islamischen Kunstgeschichte. Als Weiteres dient er vielen Muslimen als Gebets- und Pilgerstätte. Ein Dichter sagte in einem seiner Werke zum Taj Mahal: „Eine Träne auf der Wange der Zeit." Auch heute noch steht er für innige Liebe und Leidenschaft, und ist ein beliebtes Urlaubsziel frisch vermählter indischer Eheleute, da man glaubt, dass der Taj Mahal die Liebe dauerhaft machen und stärken soll.

Allerdings ist auch ein solches Bauwerk nicht von Zahn der Zeit verschont geblieben. Das Bauwerk selbst und die Gartenanlage wurden Jahrzehnte lang restauriert, aber durch Einfluss von industrieller Luftverschmutzung verfärbt sich der Taj Mahal nach und nach gelb. Aus diesem Grunde dürfen sich Autos und Busse nur noch auf zwei Kilometer nähern. Stattdessen werden die Touristen mit Pferdekutschen und batteriebetriebenen Autos zum Taj Mahal gebracht. Und auch die Sicherheit wird nach einigen eingegangen Bombendrohungen groß geschrieben. Touristen ist es nicht erlaubt Flüssigkeiten jeglicher Art, ausgenommen Trinkwasser, mitzunehmen. Außerdem wird das Gebäude rund um die Uhr von indischen Soldaten bewacht und im Luftraum über dem Gelände wurde ein Flugverbot verhängt.


(Text: Martin Busch / Fotos v.o.n.u.: Georg Welzel, Carsten Raum/PIXELIO, doozi/PIXELIO www.pixelio.de)

Kommentare

avatar Klaus Peter Kohlkopf der dritte
-1
 
 
einfach nur zu viel
aber man sieht wie viel Mühe man sich hierfür gemacht hat
>lob
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