Sport / Fußball 13.05.10
Text: Sandra Schlechter
Noch 30 Tage bis zur Fußball WeltmeisterschaftAnpfiff. Um 16.00 Uhr geht es am 11. Juni in Johannesburg los. In der Eröffnungspartie trifft Gastgeberland Südafrika auf Mexiko. Bis dahin sind es heute noch genau 30 Tage. Der Trubel und die Diskussionen gehen erst jetzt richtig los.
Viele Fans verstehen allerdings nicht, warum Bundes-Jogi den Schalker Stürmer Kuranyi nicht nominierte. Stattdessen setzt Löw auf den FC Bayern Deutschland: Miroslav Klose und Mario Gomez, die bei Bayern aber regelmäßig zu Spielbeginn auf der Bank sitzen.
Anderer eventueller Ersatz wie der kürzlich benannte Kevin Großkreutz werden ebenfalls mit großer Skepsis betrachtet. Er ist mit 21 Jahren relativ jung und unerfahren was die internationale Wettbewerbserfahrung betrifft.
Auch Lukas Podolski steht nach seiner vermasselten Saison beim 1.FC Köln wieder unter akribischer Beobachtung. Erst kürzlich wurde ihm gleich von mehreren Seiten Faulheit im Training unterstellt.
Deutschland darf also, was die Kaderzusammenstellung angeht, weiterhin gespannt sein, wie es in den folgenden Tagen weiter geht. Am ersten Juni muss Jogi Löw sich dann entschieden haben, welche 23 Spieler er tatsächlich für Deutschland auflaufen lässt.
Aber wie stehen die Chancen der deutschen Mannschaft in Südafrika ein neues Sommermärchen zu schreiben? Die Antwort ist einfach: nicht gut. Fußballinsider wie UEFA-Präsident Michel Platini, Brasiliens ehemaliger „Fussball-Gott" Pele und auch Deutschlands Mannschaftskapitän Michael Ballack sehen Deutschland nicht als Titelkandidaten.
Deutschland ist nicht Weltspitze. Spanien, England und Brasilien werden als die besten der Welt gehandelt. Das deutsche Team wird von Platini eher in die zweite Reihe eingegliedert, wo sie in guter Gesellschaft von Argentinien, Italien, den Niederlanden, Portugal und Frankreich sind.
Aber die Niederlande sollte nicht unterschätzen werden. Auch wenn sie bei der Europameisterschaft 2008 im Viertelfinale Russland unterlagen, haben sie sich für die WM in Südafrika mit sechs Siegen in den ersten sechs Spielen als erstes europäisches Land qualifiziert. Mit bekannten Topspielern wie Wesley Sneijder, Mark van Bommel, Klaas Jan Huntelaar, Dirk Kuyt, Arjen Robben oder Robin van Persie ist die Oranje Nation euphorisch und rechnet sich beste Chancen auf den Titel aus.
Andere Nationen haben zwar auch „Top-Stars" in ihren Reihen, aber doch eher vereinzelt. Cristiano Ronaldo für Portugal, Lionel Messi bei Argentinien, Henry oder Ribéry in Frankreichs Kader. Oder, wie es in England der Fall ist, sie haben eine der härtesten Ligen weltweit, wodurch die Spieler in Hinsicht auf die Fitness Nachteile haben könnten. Das Spanien Titelfavorit ist steht fest. Vielleicht werden sie nach Deutschland 1974 die erste Mannschaft sein, die nach der Europameisterschaft auch die Weltmeisterschaft gewinnt.
Nach wie vor gibt es aber auch die Nationen, die dieses Mal als Team auftreten und dadurch vielleicht auch Favoriten oder Teams mit vielen Einzelstars rauswerfen können. Am 11. Juli wissen wir, welche Mannschaft genügend Kampfgeist besitzt, sich durchzusetzen. „The pressure is on" wie Shakira in dem offiziellen WM-Song „Waka Waka (This is Africa!)" richtig feststellt: Tsamina mina Zangalewa. This time for Africa.
(Text: Sandra Schlechter / Foto: Miriam Keilbach)
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