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Sport 23.05.10

Germany on Ice - Heimvorteil genutzt

Text: Carolin Schmitt

Fazit zur Eishockey-Weltmeisterschaft in Deutschland
Bei der Heim-WM überraschte die deutsche Eishockey Nationalmannschaft gleich im ersten Spiel die Experten. Mit einem 2:1 Erfolg nach Verlängerung über die favorisierten Amerikaner waren die Weichen für eine erfolgreiche „Mission on Ice" gestellt. Zwar war das Team U.S.A ohne die großen NHL-Stars, die allesamt im eigenen Land um die Hockeykrone beim Stanley Cup spielten, sicherlich nicht so stark einzuschätzen wie zum Beispiel bei den Olympischen Spielen. Ein erster Achtungserfolg war der Sieg im Weltrekordspiel auf Schalke jedoch allemal.


Nach einer durchwachsenen Zwischenrunde, in der praktisch jedes Spiel als Endspiel angesehen werden musste, retteten sich die Deutschen durch einen Sieg im Spiel gegen die Slowakei ins Viertelfinale. Vor 12 500 Fans in der ausverkauften SAP Arena in Mannheim traf das Team von Trainer Uwe Krupp auf den Erzrivalen aus der Schweiz. Unter dem Jubel der Fans wurden die Eidgenossen schließlich mit einem 0:1 nach Hause geschickt und Deutschland zog zum ersten Mal nach 57 Jahren wieder in ein Halbfinale bei einer Weltmeisterschaft ein.

Am vergangenen Samstag ging es dann nach einem Ruhetag im Halbfinale gegen die Turnierfavoriten aus Russland. Das deutsche Team um NHL Star Christian Ehrhoff, der erst gut eine Woche zuvor aus Vancouver eingeflogen kam, führte bis zur 32. Minute durch ein Tor von Marcel Goc und stand kurz vor der Sensation. Doch die Russen, in Person von Jewgeni Malkin, glichen aus und das Starensemble um Alexander Owetschkin kämpfte weiter um jede Chance. Der Traum vom WM-Finale platzte für die Deutschen schließlich 110 Sekunden vor Schluss durch das 2:1 von Pawel Dazjuk.

Am Sonntag ging es dann im kleinen Finale gegen Schweden immerhin um die bronzene WM-Medaille. Als Alexander Barta von den Hamburg Freezers im zweiten Drittel das 1:1 schoss, flammte die Hoffnung noch ein letztes Mal auf, doch im letzten Drittel behielten die Nordlichter schließlich die Oberhand und siegten mit 3:1.

Nichts desto trotz ist der vierte Platz bei der Heim-Weltmeisterschaft mehr als nur ein Achtungserfolg und katapultiert die deutsche Mannschaft auf Rang neun der Weltrangliste. Der Heimvorteil wurde im Endeffekt also doch erfolgreich genutzt. Zusätzlich wurde einem Spieler aus der deutschen Reihe noch eine ganz besondere Ehre zuteil: als erster deutscher Keeper wurde Dennis Endras zum wertvollsten Spieler (MVP) gewählt!

Auch die Organisatoren waren durchaus zufrieden. Mit insgesamt 545 000 Zuschauern schrammte die WM in Deutschland letztlich nur knapp am Rekord vorbei, der Zuschauerrekord auf Schalke allerdings steht bereits im Guinness Buch und auch das Finale in der Kölner Lanxess Arena war ausverkauft. 19 132 Fans bejubelten dort den Sieg der Tschechen über die Sbornaja (2:1). Das Fazit fällt also für die gesamte Veranstaltung sportlich und organisatorisch durch und durch positiv aus.


(Text: Carolin Schmitt)

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