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Sport / Wintersport 24.11.09

Ohne Schneesprünge in die neue Saison

Text: Katrin Brunner

simonammann_schweiz_skispringenSkisprung Weltcup startet am Wochenende
Übermorgen ist es wieder soweit und im finnischen Kuopio beginnt die Skisprungsaison. Der Kalender ist gefüllt mit Höhepunkten wie der Vierschanzentournee, der Teamtour, den Olympischen Spielen und der Skiflugweltmeisterschaft. Durch die Sommerresultate starten Simon Ammann und Gregor Schlierenzauer am Freitag als Topfavoriten.



Sommer-Grand-Prix
Beim alljährlichen Sommer-Grand-Prix zeigten sich die Langzeitfavoriten Gregor Schlierenzauer und Simon Ammann in Topform, wobei der Österreicher erst verspätet einstieg. Überraschend schlecht war das Abschneiden der finnischen Mannschaft. Diese belegte sogar noch hinter der deutschen Mannschaft nur Platz sechs, wobei Harri Olli, ebenfalls Platz sechs, mit Abstand das beste Einzelergebnis im Team zeigte.

gregorschlierenzauer_sterreich_skispringen1Die ersten drei Wettkämpfe entschied der Schweizer Simon Ammann für sich und legte den Grundstein für den Sieg im Four-Nations-Grand-Prix. Mit seinen weiteren Platzierungen sicherte er sich auch den vorzeitigen Gewinn des Sommer-Grand Prix 2009. Robert Kranjec landete überraschend auf Platz zwei. Gute Leistungen zeigte der Slowene bereits in den vergangenen Jahren. Doch der „Flieger" fühlte sich eher auf den größeren Skisprung- und Flugschanzen wohl, umso überraschender sein Erfolg auf den kleineren Schanzen. Platz drei ging an den Polen Adam Malysz. Die Mannschaftsgesamtwertung sicherte sich Norwegen vor Japan und Österreich. Die Österreicher starteten zunächst nicht in Bestbesetzung. Die österreichischen Favoriten wie Gregor Schlierenzauer stießen erst in Zakopane zum Team Austria hinzu. Der Gesamtweltcupsieger von 2008/2009 präsentierte sich bei seinem ersten Auftritt mit Platz eins und zwei in bester Sommerform. Sehr stark präsentierte sich auch die japanische Mannschaft, die sich mit Daiki Ito und Altmeister Noriaki Kasai (er ist mit 37 Jahren der älteste Teilnehmer) gleich mit zwei Sportlern in den Top Ten der Gesamtwertung wiederfand.

Das Abschneiden der Deutschen Mannschaft
Die Deutschen Adler starteten in Hinterzarten sehr vielversprechend in die Saison. Mit einem zweiten Platz im Teamwettbewerb mussten sie sich nur den Norwegern geschlagen geben. Im Einzelwettkampf jedoch kamen Andreas Wank und Georg Späth über Platz 14 und 15 nicht hinaus. Martin Schmitt erreichte nicht den zweiten Wertungsdurchgang und Michael Neumayer verpasste als 57. in der Qualifikation sogar die Teilnahme am Wettkampf. Diese ernüchternde Bilanz zog sich auch durch die weiteren Wettkämpfe des Sommers. Den einzigen Lichtblick, und das auch erst im Finale, lieferte Andreas Wank mit Rang sieben vor heimischem Publikum in Klingenthal. Bester Deutscher in der Gesamtwertung wurde Georg Späth, der nach seiner Verletzung aus dem Vorjahr in Hinterzarten sein Comeback gab, mit dem 20. Platz.

axuComebacks und Neueinsteiger
Im März 2009 gab Janne Ahonen aus Finnland sein Comeback für die kommende Saison bekannt. Im Frühjahr nahm er sein Training wieder auf und wurde im September mit großem Abstand auf das restliche Team finnischer Meister. Der 32-Jährige betonte jedoch gegenüber dem finnischen Fernsehsender MTV3, dass er sich auf die Vierschanzentournee, die Olympischen Spiele und die Skiflug WM konzentriere. Auch Akseli Kokkonen ist zurück: Er wandte sich einige Zeit vom internationalen Skispringen ab und trainierte in Norwegen, wo er auch an kleinen Wettkämpfen teilnahm. Mittlerweile verfügt der ehemalige finnische Nationalspringer, der in Oslo geboren wurde, über die norwegische Staatsangehörigkeit und präsentierte sich während des Sommer-Grand-Prix erstmals nach über fünf Jahren wieder bei internationalen Wettbewerben.
Neu dabei im Spezialsprung ist David Zauner. Der Österreicher war bis zur letzten Saison als Nordisch Kombinierter aktiv und überzeugte dort mit seiner überragenden Sprungleistung. Der Langlauf hingegen war nicht seine Stärke, sodass er sich nun ganz dem Springen widmet.

Änderungen im Regelwerk
Während des Sommer-Grand-Prix prüfte der Internationale Skiverband FIS die Einführung eines neuen Wertungssystems, das eine variable Anlauflänge zulässt und die Windveränderung während des Wettkampfes in die Endnote einberechnet. Im Gegensatz zur Nordischen Kombination, in der das neue System die ganze Saison durch eingesetzt wird, wird es im Weltcup nur an zehn ausgewählten Wettkämpfen (Teamtour und Nordic Tournament) für einen zukünftigen Einsatz weiter getestet werden. Eine weitere Neuheit gibt es in der Verteilung des Preisgeldes. Ab sofort gibt es bis zum 30. Platz Preisgeld. Zuvor erhielt der Zehntplatzierte als letzter eine Summe.

Die Wintersaison 2009/2010
Im finnischen Ruka startet nun mit dem Nordic Opening die  neue Wintersaison. Bis auf einige Team- und Trainingswettkämpfe haben die Athleten bisher nur wenige Sprünge auf Schnee absolviert. Das deutsche Team startet sogar ganz ohne Schneesprünge in die Saison und bestreitet seinen ersten internationalen Leistungsvergleich somit am ersten Weltcupwochenende.
Die Vorbereitung für diesen Winter ist ganz auf das Saisonhighlight Olympische Spiele abgestimmt, sodass die Favoriten eine intensive Vorbereitung dem einen oder anderen Weltcup vorziehen werden. Für einige Sportler, wie beispielsweise Adam Malysz, Michael Uhrmann, Martin Schmitt, Roar Ljøkelsøy, Jakub Janda und den Rückkehrer Janne Ahonen werden es altersbedingt wohl die letzten Spiele werden. Zusammen mit den anderen potentiellen Athleten wird es im Februar 2010 an den Sprungschanzen im kanadischen Whistler Mountain einen Kampf um die begehrten Medaillen geben. Beide Wettkämpfe der Generalprobe in der vergangenen Saison gewann der Österreicher Gregor Schlierenzauer. Es gibt jedoch noch ein Trostpflaster für alle, die ohne Medaille aus Kanada wiederkommen: Es gibt immer noch die Chance auf Edelmetall bei der Skiflug Weltmeisterschaft im slowenischen Planica zum Ende der Saison.


(Text: Katrin Brunner / Fotos: Sabrina Seidler, Sabine Ihli, Miriam Keilbach)

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