Sport / Wintersport 17.02.10
Text: Carolin Schmitt
Das Tor ist wesentlich kleiner als bei den meisten Teamsportarten und trotzdem flutscht der Puck, das Spielgerätauf dem Eis, gern mal durch. Da diese kleine und etwa 160 Gramm schwere Hartgummischeibe bei einem Schlagschuss teilweise Geschwindigkeiten von bis zu 170 Stundenkilometern erreichen kann, müssen alle Eishockeyfelder durch Plexiglasscheiben und umlaufende Nylonnetzte gesichert sein.
Eishockeyspieler sind Meister auf dem Eis. Sie beherrschen das Rückwärtsfahren und die schnellen Stopps wie kaum ein anderer Sportler auf den spiegelglatten Oberflächen. Ein Team besteht aus fünf Feldspielern und einem Torhüter, dem sogenannten Goalie. Die Mannschaften dürfen insgesamt bis zu 22 Spieler auf der Auswechselbank haben. Ausgewechselt werden kann jederzeit, meist wechseln Angriffs- und Abwehrreihen komplett. Hält ein Spieler seinen Stock in die Luft geht er vom Feld und darf nicht mehr in das Spielgeschehen eingreifen.
Das Spiel wird von einem Hauptschiedsrichter geführt, der von zwei Linienschiedsrichtern unterstützt wird. Anders als beispielsweise im Fußball gibt es beim Eishockey kein Seitenaus und die Linienrichter haben wesentlich mehr Verantwortung und Entscheidungsbefugnis. Für grobe Fouls, Stockschlag, Behinderung, Hohen Stock, Bodycheck gegen die Bande, Haken und einige weitere häufige Gründe kann der Schiedsrichter eine Zwei-Minuten Strafe verhängen. Anders als zum Beispiel beim Handball muss diese Strafe abseits der Mannschaft in der sogenannten Penalty Box abgesessen werden.
Es gibt kein Team Timeout, das Spiel wird nur durch die Schiedsrichter bei Foulspiel oder Icing unterbrochen.
Ein Spiel dauert 60 Minuten unterteilt in drei Drittel zu jeweils 20 Minuten Länge. In den Drittelpausen wird das Eis mit der Eismaschine bearbeitet und das Publikum unterhalten. Da die Zeit bei jeder Spielunterbrechung sofort angehalten wird, ziehen sich die Spiele jedoch meist über zwei bis zweieinhalb Stunden hin.
Eishockey hat seinen Ursprung in Kanada, dort ist es zwischen 1840 und 1875 aus dem schottischen Spiel Shinney auf Schnee und Eis entstanden. Der Name Hockey kommt aus dem Französischen und bedeutet in etwa „krummer Stock".
Mit den Olympischen Spielen in Vancouver kommt diese Sportart jetzt also wieder zu ihren Wurzeln zurück. Da ist es nicht verwunderlich, dass das kanadische Team bei vielen Experten als Titelgarant gehandelt wird. Und auch bei der kanadischen Bevölkerung ist die Erwartungshaltung hoch, hatte man doch nach der Goldmedaille 2002 in 2006 das schlechteste Ergebnis seit langem bei Olympischen Spielen mit nach Hause gebracht. Damals kamen die Kanadier nicht über das Viertelfinale hinaus. Am Ende siegten die Schweden. Die letzte internationale Goldmedaille gewann Russland bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz im vergangenen Jahr. Das sind auch die Favoriten für die Goldmedaille.
Mitkonkurrent ist außerdem das Team aus Finnland und auch die Nachbarn aus den USA dürfen nicht unterschätzt werden. Immerhin teilen sich die Staaten die beste Liga der Welt mit dem Gastgeberland. Zurzeit spielen sechs kanadische Teams in der NHL, der National Hockey League. Die Liga ist in sechs Divisions unterteilt, die wiederum den zwei Conferences East und West zugeteilt sind. Natürlich will jeder die Play Offs erreichen und am Ende den begehrten Stanley Cup, die Ligatrophäe, in den Händen halten. Zuletzt gelang dies den Pittsburgh Penguins.
Aber auch in Deutschland erfreut sich Eishockey immer noch großer Beliebtheit, wenngleich die Popularität im Vergleich zu den 90ern nachgelassen hat. Zu den bekanntesten Mannschaften gehören die Berliner Eisbären sowie der deutsche Rekordmeister Adler Mannheim. Beliebt sind auch die Teams aus Nordrhein-Westfalen, die Kölner Haie, DEG Metro Stars oder Krefelder Pinguine. Zurzeit führen die Eisbären die Tabelle an.
Derzeit ist erst einmal Ligapause, denn Olympia ruft auch die Profis aus der DEL auf den Plan. Die deutsche Nationalmannschaft konnte zuletzt 2002 einen Erfolg auf internationalem Boden feiern, damals mit dem fünften Platz in Salt Lake City. Ein vergleichbares Abscheiden wäre ein Riesenerfolg für das Team vom Uwe Krupp. Zurzeit steht die Auswahl auf dem zwölften Platz der Weltrangliste der IIHF.
Das nächste internationale Großevent wird dann in Deutschland stattfinden: Vom 07. bis 23. Mai 2010 wird die Weltmeisterschaft der IIHF in Mannheim, Köln und Gelsenkirchen ausgetragen.
(Text: Carolin Schmitt)
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Der amerikanische Blick auf Europa |
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