Gesellschaft / Meinungen 26.01.10
Text: Anna Franz

Fatma, 29, Krankenpflegerin, und Sabrina:
Ritalin kenne ich. Ich halte davon gar nichts. Mein Sohn hat ADS und es gibt andere Methoden, die Kinder zu beschäftigen und auch zum Lernen zu kriegen. Mein Sohn ist erst sieben, ich weiß nicht, wie es später wird, aber im Moment ist er Klassenbester und bringt trotz ADS nur Einser nach Hause. Er nimmt kein Ritalin, sondern Zappelin, das homöopathische Mittel."
Antoine, 21 Jahre, BTS de conception de produits industrielles:
„Nein, nein, ich würde das niemals ausprobieren. Das ist immer noch eine Droge! Auch nicht für bessere Klausuren. Ich bleibe lieber gesund, als dass ich Drogen nehme!"
Stéphanie, 24 Jahre, arbeitet am SNCF-Bahnhof:
„Ich kenne Ritalin nicht, aber ich bin offen für alle Erlebnisse. Ich würde es gern mal ausprobieren, warum nicht? Ich studiere nicht mehr, aber generell, wenn es den Studenten hilft, ihr Studium besser zu machen, warum sollten sie es dann nicht nehmen? Ungerecht finde ich es nicht, wenn einige Ritalin nehmen und sich dadurch besser konzentrieren können als andere. Es liegt schließlich bei jedem einzelnen, es zu nehmen oder nicht."
Christiane, 19, studiert Pharmazie, 1. Semester:
„Man hört mittlerweile von erstaunlich vielen Schülern, bei denen ADHS diagnostiziert wird und die Ritalin verschrieben bekommen, obwohl sie nicht unter der Krankheit leiden. Ein gewisses Maß an Zappeligkeit ist gerade bei jungen Teenagern durchaus natürlich. Ich selber würde Ritalin nicht als leitungssteigerndes Mittel einnehmen, da ich die negativen Folgen kenne. Ein Großteil der Bevölkerung lebt allerdings fälschlicherweise mit dem Glauben, Ritalin sei unschädlich und nur zu befürworten - daher kann ich mir gut vorstellen, dass das Medikament bald als Mittel zum Hirndoping weit verbreitet sein wird. In jedem Fall müssen Ärzte und Apotheker die Verbraucher über alle Wirkungen und Nebenwirkungen genauestens informieren."
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