Weltenbummler /
Süden
13.10.09
Text:
Vera Heilmann
Ein Jahr in Panama Teil IIIch bin jetzt eine Weile hier in Arraijan bei meiner Gastfamilie und es hat sich unglaublich viel geändert. Am Anfang habe ich mich vor allem wegen dem Spanisch unwohl gefühlt, und am zweiten Tag war ich schon im Krankenhaus, weil es mir nach dem Frühstück nicht so gut ging. Es gab gerösteten Toast mit in Fett gebackener Wurst und Käse - seitdem ich das gegessen hatte, hatte ich Bauchweh.
Im Krankenhaus war es aber, trotz der Bauch- und Kopfschmerzen, ziemlich spannend. Es waren einfach so viele Menschen da, alles war total überfüllt mit Menschen von Babys bis zum Alten. Dann fragte eine rau meine Gastmama, natürlich auf Spanisch: "Ist sie deutsch?" und nach dem "si" meiner Gastmama standen gleich ein paar Leute auf, um mir einen Platz anzubieten, obwohl es so überfüllt war... Das war schon seltsam. Ich denke, für die Panameños hier ist es etwas Besonderes, wenn ein Ausländer hier ist, weil nicht so viele hierhin auswandern. Das ist nur eine Vermutung, denn man sieht hier fast nur Einheimische!
Hier spielt sich das Leben viel mehr auf der Straße ab als ich Deutschland... Es hört eigentlich immer jemand in der Straße Musik, und wenn die Panameños Musik hören, dann drehen sie auch so auf, das es wirklich die ganze Straße hört. Ich mag das, wenn man aus dem Haus geht und gleich Salsa oder Reggea hört und kleine Kinder auf der Straße spielen.
Samstag Abend hat meine Gastfamilie eine Willkommensfeier für mich gemacht. Das fand ich echt nett und es war unglaublich lustig... Da kommen dann auch alle möglichen Menschen, weil sie irgendwo gehört haben, dass eine "Fiesta" steigt. Beim Orientationcamp wurde uns ja erzählt, dass sich hier alles schnell herumspricht. Ich hab das immer nicht so geglaubt, aber gestern kam der Nachbar, und meinte "Du magst das Frühstück hier nicht, wieso schmecken dir die in Fett gebackenen Toasts nicht?"

Ich war mit meiner Gastschwester am Strand. Erstens liebe ich das Meer und zweitens war ich hier noch nicht am Strand. Irgendwann gegen Mittag (wir wollten schon um 9 Uhr fahren) kam mein Opa mit seinem Bus und meiner Oma und der Cousine. Erstmal haben wir 2 Kästen Bier für die 40-minütige Fahrt gekauft, es war einfach nur noch lustig! Wir haben ständig an den Tiendas gehalten (das sind die kleinen Kiosks die hier in Panama an jeder Ecke stehen) und haben dort etwas gekauft, und wenn es nur paar Bananen waren, haben mit den Leuten geredet und sind weiter gefahren. In Santa Clara angekommen sind wir natürlich gleich ins Wasser gesprungen. Das Meer hier ist echt schön warm und einfach angenehm. Irgendwie hat sich am Strand herumgesprochen, dass eine "Gringa" im Wasser sein soll und plötzlich waren alle um uns versammelt und wollten alles wissen. Hier spricht sich eben alles herum.
Und die Panameños sind ziemlich neugierig und interessiert, was das Freunde finden für mich vereinfacht.
Mein erster Schultag war was ganz besonderes. Ich hab ständig gehört dass ich schöne Augen hab und alle wollten meine Haare streicheln. Alle möglichen Schüler kamen, um sich mir vorzustellen - ich hab an dem Tag mindestens 50 Namen gehört. Es war komplett anders als in Deutschland. Ich wurde früh um halb 7 - natürlich in Schuluniform - von meinem Colegial abgeholt. Das sind kleine, gelbe Busse, die etwa 10 Schüler von ihren Häusern zur Schule bringen. Ich hab das Glück, auf eine Privatschule gehen darf, das heißt: die Schule ist sehr groß und besser ausgestattet als die öffentlichen Schulen. Wir haben Klimaanlagen, ein Schwimmbad, einen Karatekurs, und eine Eisdiele. Außerdem ist es eine bilinguale Schule, die Schüler dort können sehr gut Englisch sprechen, was in Panama eher selten ist. Auf dem Pausenhof versammeln sich die Schüler, um die Nationalhymne von Panama zu singen - total ungewohnt für eine Deutsche.
(Text und Fotos: Vera Heilmann)
Kommentare
ich bin überzeugt, dass Du diese Reise Dein Leben lang nicht mehr vergessen wirst. Ich hoffe Dir gefällt es und Du hälst ein Jahr auch durch. Frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr wünschen Dir
Steffi und Thomas
ich hab von deiner Reise gehört!! Find ich echt eine colle dass du sowas machst!
Schönen Gruß aus Pinzberg
als Isa mir gesagt hat, du wolltest nach Panama, dachte ich erst, ich spinne. Ich weiß gar nicht, ob du dich noch an mich erinnerst, immerhin ist es jetzt schon ein paar Jahre her, dass ich vom EGF runter bin. Jedenfalls wollte ich dir sagen, dass ich das echt bewundernswert finde, deine Reise. Viele Grüße
Karina