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Weltenbummler / Süden 05.01.10

Australien auf Umwegen

Text: Katrin Kircheis

nils_gaudlitzZwei Wochen, vier Länder.
Endlich, als ich am 18. November in Leipzig in den Zug stieg, begann ich zu realisieren, was ich da eigentlich vorhatte. Ein Start mit verspäteten Zügen und Informationen nur in Holländisch war nicht besonders entspannend, die folgenden Tage umso mehr.

Vlissingen, an der Westküste Hollands, ist ein toller Ort zum Studieren. Typisch holländisch führte mich meine Freundin Bianca auf dem Fahrrad durch die Stadt, am Abend war Party angesagt. Donnerstag finden immer gemeinschaftliche Essen unter den Studenten statt, wir entschieden uns für ein typisch holländisches Dinner, passend zum vorangegangenen Tag. Unter lauter Einheimischen aßen wir einfaches, aber leckeres Essen und da das Ganze zufällig von einer Firma gesponsort wurde, mussten wir nichts bezahlen. Da wir anscheinend viel Glück an diesem Abend haben sollten, lud uns einer der Holländer zu einer Einzugsfeier ein, natürlich ließen wir uns das nicht entgehen. Eine gute Gelegenheit, mit Einheimischen zu plaudern und so mehr über Land, Leute und Sprache zu erfahren. Mein erster Abend war also äußerst erfolgreich und vor allem kostenlos.

Ein weiteres Highlight war, dass ich Sinterklaas, eine Art Nikolaus, sehen konnte sowie eine weitere Freundin in Gouda besucht habe. Gouda ist auch ein wirklich schöner Ort, typisch mit Grachten und Coffeeshop. Am 22. November hieß es wieder einmal Abschied nehmen, denn das erste Treffen mit zwei meiner Mitreisenden, unserem Kangaruh Thomas und Conny, in London stand bevor. Beide hatten eine Riesenüberraschung für mich, ein Freund aus Wien hatte sie begleitet! Das bedeutete natürlich Riesenspaß in London. Nur zu empfehlen ist der Club "The Church", er ist nur Sonntags mittags bis nachmittags geöffnet. Unser Abschied aus Europa wurde also gebührend gefeiert, bevor wir gemeinsam unsere Reise fortsetzten.

Ein 13 Stunden Flug nach Malaysia klingt schlimmer, als er ist. Endlich fast komplett mit Jens und Franzi starteten wir abends am 23. November von London nach Asien, unserem ersten gemeinsamen Zwischenstopp. 28 Grad im November sind gewöhnungsbedürftig, aber wir fanden es doch sehr bald sehr angenehm. Kuala Lumpur ist für asiatische Verhältnisse sehr modern, Wahrzeichen sind die Petronas Towers sowie der Kuala Lumpur Tower, in dessen Aussichtsplattform wir ein köstliches Abendessen hatten. Zuvor überrredeten wir einen Taxifahrer, uns für wenig Geld die Stadt zu zeigen und ein paar Insider zu erzählen. Wir sahen einige Höhlen außerhalb der Stadt. Mehr als 300 Stufen waren zu laufen, unterwegs feuerten uns die Affen an. Ein Foto mit Schlange durfte auch nicht fehlen.

sophia wilkBangkok wiederum ist komplett anders. Taxifahrer, die kein Englisch sprechen und keine Karte besitzen, sich aber dafür umso mehr freuen, wenn man ihnen nachspricht, was sie einem beizubringen versuchen. Nach einem ganzen Tag Tuk Tuk fahren sowie Tempel und Buddhas anschauen, wussten wir, das diese Stadt einfach nicht unsere ist. Die Märkte sind typisch asiatisch und die Verkäufer nerviger denn je. Und wie gesagt, für uns war ein Tag genug. Also buchten wir kurzfristig einen Ausflug nach Koh Chang, die sogenannte Elefanteninsel. Sieben Stunden Busfahrt, die sich jedoch lohnen.

Leider hatten wir da auch nur einen Tag Zeit, der sollte natürlich genutzt werden. Auf Koh Chang kann man einfach fast alles machen: tauchen, Quad fahren, wandern, schwimmen... Wir aber entschieden uns dafür, auf Elefanten zu reiten und mit ihnen zu baden. Bis auf den enorm großen Elefantenkot im Tümpel war das bis jetzt das absolute Highlight. Gefolgt von Kokosnusscocktail an einem der schönsten Strände, an dem wir je waren. Da die Cocktails in Thailand extrem billig und unglaublich gut sind, haben wir das natürlich noch einmal genutzt, bevor wir ins teure Australien flogen. Den Abschluss von Koh Chang bildete eine super Party direkt am Strand, das Meer um Mitternacht ist einfach das Beste! One Night in Bangkok hieß es noch einmal, Thomas und sein Freund Patrick, den er in Bangkok nach mehr als vier Jahren wiedersah, gewährten uns Unterkunft und eine letzte Partynacht in Bangkok.

So viele Eindrücke in so kurzer Zeit fühlen sich an, als wären wir schon viel länger als nur 14 Tage unterwegs, aber trotzdem hatten wir hatten keine Zeit, uns in Asien einzugewöhnen. Und jetzt? Endlich auf nach Australien!


(Text: Katrin Kircheis / Fotos: Nils Gaudlitz, Sophia Wilk)

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