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Weltenbummler / Westen 10.02.10

Morgens Skifahren, mittags Kajakfahren im Meer

Text: Diana Lutz

tt_back_viewsportsttteDie olympischen Stätten: Eine Tour von Vancouver nach Whistler
Man hätte für die Olympischen Spiele 2010 eigentlich keinen besseren Platz aussuchen können. Kanada gilt als eines der schönsten Länder der Erde, die Region British Columbia zieht jedes Jahr Millionen Touristen an und über Vancouver sagt man, es sei eine der schönsten und lebenswertesten Städte der Welt. Klingt nach tollen Vorraussetzungen für grandiose Spiele.

Schon vom Flughafen in Vancouver aus ist die gigantische Bergkulisse im Hintergrund der Stadt zu sehen. Das Küstengebirge ragt hinter der Stadt auf, während der Pazifik Vancouver auf der anderen Seite umgibt. Buchten an den Stadtgrenzen, der Fraser River durchzieht die City. Und vor der Küste liegt Vancouver Island.

Diese Umgebung taugt für sehr ungewöhnliche, aber interessante Perspektiven und Fotomotive. Ruckzuck ist man inmitten der Natur, sei es auf dem Wasser, im Wald oder von Bergen umgeben. Morgens in den Bergen Skifahren und nachmittags auf dem Meer eine Runde Kajak fahren oder am Strand an der English Bay spazieren gehen - das ist Vancouver.

Die erste Siedlung wurde 1858 von Goldsuchern gegründet, heute ist Vancouver eine weltoffene Multi-Kulti Stadt mit etwa 600.000 Einwohnern im Stadtgebiet. In der Region mit über 20 Vorstädten leben circa 2,3 Millionen Menschen. Eine Vielzahl von Einwanderern prägt die City. Es gibt zwar ganze Straßenzüge, in denen nur Inder oder Chinesen leben, aber dennoch lebt man miteinander und die Präsenz verschiedenster Kulturen macht sich besonders in der Gastronomie bemerkbar.

blickaufdowntownIn Vancouver Downtown befinden sich viele Hotels, die Geschäftsbezirke und alles, was das Shopping-Herz sich wünscht. Die Robson-Street ist das Zentrum Downtowns und dort sind auch die beliebtesten Clubs für das Nachtleben. Downtown ist rundherum von Wasser umgeben. Man kann an den Promenaden oder Sandstränden spazieren gehen und ist immer wieder sehr schnell mitten im Trubel.

Am oberen Ende von Vancouver Downtown liegt der Stanley Park, eines der Wahrzeichen Vancouvers. Der riesige Park zieht jedes Jahr etwa acht Millionen Einheimische und Touristen an. Es gibt unzählige Wanderwege, Seen, Wiesen und Wälder und der Park beheimatet verschiedene Tierarten. Besonders beliebt ist der Seawall, der rund um die Halbinsel führt oder die original Totempfähle, die ein beliebtes Fotomotiv sind.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist Gastown, die Altstadt von Vancouver. Dort gibt es viele kleine Souvenirläden und Restaurants und die erste Dampfuhr der Welt ist zu sehen. In der Nähe von Gastown liegt auch der Fährhafen für die Überfahrt nach North Vancouver. Von dort zeigt sich ein toller Blick auf die Hochhäuser von Downtown und direkt am Kai liegt eine Markthalle, in der es Spezialitäten aus der ganzen Welt zu kaufen gibt.

Auf der anderen Seite von Vancouver Downtown, in wunderschöner Lage am Ende der Bucht des False Creek, befinden sich das BC Place Stadium, das GM Place Stadium und in unmittelbarer Nähe wurde auch das Olympische Dorf errichtet. Im BC Place Stadium werden die Eröffungs- und Abschlussfeier stattfinden, sowie die Medaillenzeremonien. Im GM Place finden die Eishockey-Wettkämpfe, hauptsächlich der Männer, statt.

Weitere Veranstaltungsorte sind die UBC Thunderbird Arena auf dem Universitätsgelände, wo ebenfalls Eishockey gespielt wird. Im Pacific Coliseum wird Eiskunstlauf und Short Track zu sehen sein. Etwas außerhalb, im Stadtteil Richmond, liegt das neue Richmond Olympic Oval für die Eisschnelllaufwettbewerbe. Im Hillcrest Park wurde ein neues Stadion für die Curling-Wettbewerbe gebaut.

Interessant bei dieser Austragung der Olympischen Spiele ist, dass es eigentlich kaum Schnee in Vancouver gibt, im Winter schneit es nur 20 bis 30 Tage. Daher werden Disziplinen wie Langlauf oder Biathlon, sowie die Alpinen Wettbewerbe auch im schneesicheren Whistler ausgetragen, das etwa 150 km von Vancouver entfernt in den Bergen liegt.

Um Whistler zu erreichen, geht es von Vancouver Downtown nördlich, durch den Stanley Park und über die Lions Gate Bridge, auf den Highway #1. Von dort aus gibt es die Hausberg Vancouvers, Grouse Mountain zu sehen - und weiter Richtung Norden liegt der Cypress Provincial Park. Wer von der #1 abbiegt, kommt zum Cypress Mountain. Im dortigen Skigebiet werden bei den Spielen die Snowboard- und Freestyle-Wettbewerbe ausgetragen. Von dort oben hat man einen fantastischen Ausblick auf Vancouver und die Bucht bis nach Vancouver Island.

Zurück geht es auf dem Highway #1, der zum Highway 99 wird und zu einer der schönsten Straßen Kanadas. Nicht umsonst wird die Teilstrecke von der Horseshoe Bay nahe Vancouver bis Pemberton, nördlich von Whistler  „Sea to Sky Highway" genannt. Weiter geht es, immer der Küste des Hove Sound entlang, wo man einen tollen Blick über die Bucht und die Gipfel auf der anderen Seite der Bucht hat. Immer mehr in die Berge hinein, an Seen und Flüssen entlang und durch schmale Täler. Vorbei an Wasserfällen und Aussichtspunkten, von denen aus ein Blick über die weite kanadische Landschaft möglich ist.

Ungefähr 20 km vor Whistler fährt man an den Sportstätten für Biathlon, Skispringen, Langlauf und Nordische Kombination im Callaghan Valley vorbei.

whistlerdorfWhistler hat seinen ganz eigenen Charme. Die Ortschaft mit ungefähr 10.000 Einwohnern liegt inmitten der Coast Mountains und am Alta See. Whistler Village ist das Herzstück des Ortes, der sich über einige Kilometer durch das Tal zieht. Im Village befinden sich fast nur Hotels, Restaurants und Geschäfte. Der Ort entstand durch kleine Lager um 1877. Im Jahre 1914 wurde die erste Lodge gebaut und die Eisenbahnstrecke entstand, die bald mehr Leute in die Gegend zog. Doch erst in den 60er Jahren wurde die Infrastruktur entwickelt und die Idee, ein Skigebiet zu gründen, kam auf. Die Vision des Gründers war es, hier einmal Olympische Spiele auszutragen und nun wird der Traum mehr als 50 Jahre später wahr.

Man sieht es dem Örtchen an, dass es noch relativ jung ist und nicht als Wohnort gebaut, sondern speziell für Touristen angelegt wurde. Fast direkt in der Fußgängerzone enden die Skipisten oder im Sommer die Abfahrten für Mountainbiker. Die zwei Hausberge von Whistler, Blackcomb Mountain und Whistler Mountain, bieten im Sommer und Winter viele Aktivitäten und mit ein wenig Glück sind sogar Schwarzbären zu sehen. Sport- und Naturliebhaber kommen hier gleichermaßen auf ihre Kosten.

Die Alpinen Skiwettbewerbe bei Olympia finden direkt am Whistler Mountain statt. Der Whistler Sliding Centre für die Bob- und Rodelwettbewerbe liegt ebenso direkt am Ortsrand von Whistler am Blackcomb Mountain.

Mitten in Whistler Village werden dann auch die Medaillenzeremonien stattfinden und danach gibt es jeden Abend Konzerte. Das Olympische Dorf wurde ungefähr sechs Kilometer vor dem Ort errichtet und bietet Platz für 3.500 Personen. Ein Großteil der Häuser ist bereits verkauft und wird nach den Spielen von Einheimischen bewohnt werden.

Die Menschen in der Region sind sehr gastfreundlich und neugierig auf Gäste aus der ganzen Welt. Die Vorraussetzungen für erfolgreiche und unvergessliche Spiele sind also in jeder Hinsicht gegeben.

(Text: Diana Lutz / Fotos: Diana Lutz)

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